Tag 55 – Fingernägelkauen – ‚Was soll’s‘ (Chewing Fingernails – ‚So what‘)

28. Juli 2012

Ich habe am Tag 4 meiner Reise ins Leben bereits über das Aufgeben in Bezug auf das ‚System‘ geschrieben. Heute möchte ich einen weiteren Aspekt des ‚Aufgebens‘ beleuchten: Ich kaue Fingernägel. Ich habe noch nie gewagt, mich dieser ‚Gewohnheit‘ zu stellen. Mir ist heute klar geworden, dass es bei mir beim Fingernägel Kauen auch einen Moment des ‚Aufgebens‘ gibt. Der weit über das Fingernägelkauen hinaus geht, weil er meine wahre ‚Natur‘ offenbart.

Es ist so, dass der erste Biss unbewußt passiert, dh. ich fange an an meinen Nägeln zu kauen, ohne es zu merken bzw. es NICHT merken zu wollen. Ich bin so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht HIER bin — ich bin meines Körpers nicht gewahr und meine Hand wandert automatisch zum Mund. Und doch gibt es da einen winzigen Moment, in dem ich sozusagen ‚aufwache‘ und merke, was ich da tue – mir antue. Dann denke ich (habe die innere Unterhaltung/Back-Chat) ‚Was soll’s, nun ist es zu spät. Ich habe bereits angefangen und so viel abgekaut, dass es keinen Unterschied macht jetzt aufzuhören. Ich beisse mich jetzt durch (LOL) und kaue dafür NIE wieder.‘ Und damit gebe ich mich selbst auf, und erlaube es mir in einer Kau-Attacke mich selbst zu verwunden!

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meine Aufmerksamkeit/ mein Gewahrsein aufgegeben zu haben, mich dem automatisierten Ablauf des Minds/ des Bewußtseins ausgeliefert zu haben und es für ’normal‘ zu halten, dass ich mir dessen NICHT gewahr bin, was ich in jedem Augenblick und in jedem Atemzug tue.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es unmöglich ist, sich aller meiner Taten im Detail und bei jedem Atemzug gewahr zu sein.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass Unbewußtsein ein ’natürlicher‘ und ‚gottgegebener‘ Zustand des Menschen ist.

Und so verpflichte ich mich meinen Prozess der Veränderung voranzuschreiten und mir meines Unbewußtseins, aber auch meines Unterbewußtseins und Bewußtseins mit Schreiben und Selbst-Vergebung gewahr zu werden – denn ich erkenne, dass ich mich als ein Mind-Bewußtseins-System erschaffen und mich selber programmiert habe, so dass ich mir heute über gar nichts mehr gewahr bin und wie ein Roboter funktioniere.

Ich erkenne und verstehe ferner, dass ich nur dann mein ‚Programm‘ ändern kann, wenn ich mir über die Details der Abläufe gewahr bin, wenn ich in die Zeit zurückblicke und erkenne wie ich Atemzug für Atemzug, Schritt für Schritt die Programme selbst geschrieben und sie in meinem Physischen Körper abgespeichert habe — als Bilder, Erinnerungen, Fantasien, Gedanken, Erlebnisse usw. — und mich laut diesen ‚Informationen‘ und ‚Wissen‘ selbst definiert und erschaffen habe und sie damit ‚verinnerlicht‘ habe und sie zu meiner ‚Natur‘ und meinen ‚automatisierten‘ Gewohnheiten geworden sind.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass Gedanken, Bilder, Fantasien — also praktisch alles was mir mein Mind/Verstand vorsetzt wichtiger und bedeutender als meine Physische Realität ist, so dass ich meine Innere Fantasiewelt REAL gemacht habe und die Realität zur Illusion — ohne zu erkennen, dass ich das LEBEN verdreht und wörtlich umgekehrt habe (eng. LIVE [LEBEN] rückwärts gelesen -> EVIL [BÖSES/UNHEIL]).

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe NICHT zu erkennen, dass der MIND/Bewußtsein NICHT LEBEN ist, denn wie kann das LEBEN sein, wenn ich mir meiner selbst NICHT gewahr bin?

Ich verpfliche mich meinen Mind zu stoppen, denn ich erkenne, dass automatisierte Abläufe und Gewohnheiten NICHT LEBEN sind, und deshlab auch keine Beachtung dem LEBEN schenken. Ich erkenne, dass wenn ich es mir erlaube und es akzeptiere als ein voll automatisiertes System zu funktionieren, ich in Wiklichkeit meine Selbst-Verantwortung aufgebe.
Deshalb verpflichte ich mich meinen Process der Veränderung voranzuschreiten, der praktisch ein Prozess der Wiederherstellung meiner Selbst-Verantwortung ist, denn was ist Selbst-Verantwortung wenn nicht das LEBEN selbst – HIER und Selbst-Gewahr in Einheit und Gleichheit ALLES Lebens.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mir NICHT in Selbst-Ehrlichkeit einzugestehen, dass ich sehr wohl anwesend bin, wenn ich Fingernägel kaue, dass ich sehr wohl weiß was ich da tue, und dass es in Wirklichkeit eine freiwillige Entscheidung ist, am Mind festzuhalten, an den Illusionen festzuhalten anstatt den Mut zu haben, den Wahnsinn zu stoppen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe NICHT zu erkennen, dass ich freiwillig an der Selbst-Zerstörung, am Selbst-Konsum festhalte und ich dieses Gewahrsein ins Unbewußte verbannt habe, damit ich mir meine Bösen [evil] Natur nicht selbst eingestehen muss, damit ich mich weiter täuschen kann und behaupten kann: ‚Ich weiß von nix. Kann mich nicht erinnern.‘

Ich verpflichte mich mich als LEBEN zu schätzen, und allen Selbst-Betrug und alle Selbst-Täuschung zu stoppen. Ich verpflichte mich für meine freiwilligen Entscheidungen die Verantwortung zu tragen und mir meine böse Natur einzugestehen, denn nur wenn ich aufhöre wegzuschauen und mir einzureden dass ich von nix weiß, gebe ich mir die Macht zurück mich in Selbst-Beherrschung zu üben und meine Gewohnheiten zu korrigieren und sie zu ändern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich freiwillig für die Illusion entschieden zu haben, weil mir die Illusion bunter, schriller, unterhaltsamer, positiver, befriedigender und wichtiger erscheint — ohne mir erlaubt zu haben zu erkennen, dass die Illusion das Einzige ist, was ich je gekannt habe und ich überhaupt keine Referrenz habe, was LEBEN bedeutet, weil ich noch keine Minute wirklich gelebt habe, weil ich noch nie ‚aufgehört‘ habe dem Mind/ Bewußtsein zu glauben.

Ich verpflichte mich mich als LEBEN zu schätzen und die Reise ins Leben zu wagen und mir das Geschenk des Lebens zu gönnen!

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe den Gedanken — ‚Was soll’s, nun ist es zu spät. Ich habe bereits angefangen und so viel abgekaut, dass es keinen Unterschied macht jetzt aufzuhören‘ — in mir zugelassen und mich mit ihm identifiziert zu haben, ohne zu erkennen, dass es nur eine Rechtfertigung für die Selbst-Zerstörung und den Selbst-Konsum ist, weil ich mir wiederum meine freiwillige Entscheidung zum Missbrauch/Selbst-Missbrauch ’schöner‘ machen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe den ‚Ich gebe auf‘ – Charakter erschaffen zu haben, als einen Vorwand um weiterhin an meinen ‚geheimen‘ Wünschen, der Illusion der Befriedigung/Kontrolle/Herrschsucht/Konsum festzuhalten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe den Gedanken — ‚Ich beisse mich jetzt durch und kaue dafür NIE wieder‘ —  in mir zugelassen und mich mit ihm identifiziert zu haben, ohne zu erkennen, wie der Mind /das Bewußtseinals ein energiebasiertes System mich vom ‚Negativen‘ Pol ins ‚Positive‘ schaltet, und diese ‚Positivität‘ in Wahrheit Missbrauch/Selbst-Missbrauch ist — weil ich in der Physischen Realität die Entscheidung getroffen habe mich selbst zu zerstören, mich selber wörtlich aufzuessen! WTF!

Hiermit verpflichte ich mich, wann immer ich ‚aufwache‘ – mir sozusagen einen Moment der Selbst-Ehrlichkeit gönne und schenke – STOP, STOP, STOP zu sagen – und meine Entscheidung für das LEBEN – praktisch umzusetzen, indem ich AUFHÖRE weiter zu kauen, SOFORT ohne Ausreden und Rechtfertigungen. Denn ich erkenne und verstehe, dass es für Missbrauch/Selbst-Missbrauch KEINE Rechtfertigung gibt, und meine Entscheidung als Schöpfer meiner und der Realität als Ganzes mich als LEBEN bestimmen wird — denn ICH bin die jenige die darüber entscheidet ob ich (selbst-verantwortliches) LEBEN oder ein voll automatisiertes System bin.



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