Tag 24 – Ich bin (K)EIN Kreativer

14. Juni 2012

Ich bin gerade dabei ein Video für Matti’s und Niklas’ Song zu machen (der übrigens im EQAFE kostenlos zum Downloaden ist), dabei habe ich entdeckt, dass ich an einer Selbst-Definition festhalte, die mich limitiert und beschränkt. Ich habe Grafik Design studiert, mich aber nie als Grafikerin definiert. Ich habe dieses Fach nicht ‚direkt‘ ausgewählt. Als es Zeit war sich Gedanken zu machen, was ich später – also nach dem Abi – machen wollte, konnte ich mich nicht Entscheiden bzw. ich hatte keine Ahnung. Ich hatte keine besonderen Interessen – ich konnte alles und nichts, da bin ich der ‚Masse‘ gefolgt. Viele um mich herum haben angefangen eine Bewerbungsmappe fürs Studium anzufertigen – ich habe einfach mitgemacht. Es ist nicht so, dass ich überhaupt kein ‚künstlerisches‘ Talent hätte, mir hat aber die ‚totale‘ Hingabe und oft die ‚Muße‘ gefehlt, doch habe ich eine Mappe gemacht und wurde prompt an der FH Mainz angenommen. In meinem Studium habe ich oft ans Aufgeben gedacht, wußte aber keine Alternative und irgendwie nach 8!! Jahren habe ich tatsächlich mit einem Diplom abgeschlossen.

Heute fühle ich mich überhaupt nicht angesprochen wenn von Grafikern, Kreativen oder Künstlern gesprochen wird. Ich war sogar stolz darauf, dass ich mich NICHT mit meinem Beruf identifiziert habe. Ich habe Menschen, die sich mit ihrem Beruf identifizieren für beschränkt und einfältig gehalten. Ich habe dabei nicht erkannt, dass ich NICHT frei von Vorurteilen bin und dass meine Meinung im Polaritätsspiel einfach das andere Ende eingenommen hat, weil ich die Menschen, die sich mit ihrem Beruf identifizieren verurteilt und mich für etwas besseres gehalten habe. Heute erkenne ich, dass es ein Schutzmechanismus war, weil ich glaubte nicht gut genug zu sein. Ich dachte wenn ich mich NICHT als Grafikerin definiere, werde ich mich mit anderen nicht vergleichen müssen, werde bei diesem Wettbewerb – Wer ist der Beste? – nicht mitmachen müssen. Und dabei habe ich nicht erkannt, dass ich durch meine Selbst-Definition KEIN Grafiker oder Kreativer zu sein, genau das gemacht habe, mich mit anderen vergleichen, um mich dann für etwas Besseres zu halten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht zugelassen und mir nicht erlaubt habe zu erkennen und verstehen, dass wenn ich mich NICHT für eine Kreative/Grafikerin halte und von mir sage, dass ich mich NICHT mit meinem Beruf identifiziere, ich ebenfalls an einer Selbst-Definition festhalte, die mich genauso beschränkt und limitiert, wie jede andere Selbst-Definition, weil ich ans andere Polaritätsende gehe und einfach das Gegenteil behaupte.

Deshalb vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht zugelassen und mir nicht erlaubt habe zu erkennen und verstehen, dass ich NICHT frei von einer Selbst-Definition als mein Beruf war, weil KEINE Kreative/Grafikerin zu sein, auch eine Meinung, Selbst-Vorstellung oder Selbst-Definition ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe unehrlich mit mir zu sein und mir nicht einzugestehen, dass ich nur deshalb das Gegenteil der Selbst-Definition als Kreative/Grafikerin für mich gewählt habe, um vor dem Wettbewerb unter Kollegen/Mitmenschen zu flüchten, weil ich mich für nicht genug gehalten habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe mich für nicht genug als Kreative/Grafikerin zu halten, ohne mir erlaubt zu haben zu erkennen und verstehen, dass dies auch eine Selbst-Definition ist, die mich beschränkt und limitiert und davon abhält, die Beste Kreative/Grafikerin zu sein, die ich sein könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht zugelassen und mir nicht erlaubt habe zu erkennen und verstehen, dass das Gegenteil der Selbst-Definition als Kreative/Grafikerin eine Manipulation und Selbst-Täuschung ist, die ich angewendet und gelebt habe um genau das zu machen, wovor ich glaubte zu flüchten – mich mit anderen zu vergleichen, um als Sieger hervorzugehen, weil ich glaubte, dass ich als jemand der sich NICHT mit seinem Beruf identifiziert, besser bin als andere.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe mich mit Kollegen, Kreativen, Künstlern zu vergleichen, weil ich glaubte nur dann einen Wert zu haben, wenn ich besser als andere bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe meinen und den Wert der anderen vom LEBEN zu trennen und einen illusorischen Wettkampf gestartet zu haben, der uns alle voneinander trennt und einen Kampf, Krieg, Wettbewerb auf der Erde manifestiert, und unser Leben zu einem Wettkampf, Krieg und Kampf wird, wobei wir schon längst vergessen haben, dass alles seinen Anfang in uns selber hat.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht zugelassen und mir nicht erlaubt habe Design und Kreativität als einen Selbst-Ausdruck zu leben, und durch meine Trennung von anderen, habe ich mir die Möglichkeit zum Selbst-Ausdruck verweigert und allen anderen – die eins und gleich mit mir sind – ebenfalls.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht zugelassen und mir nicht erlaubt habe zu erkennen und verstehen, wie sinnlos der Vergleich von Selbst-Ausdruck ist, da jeder seine eigene ‚Handschrift‘ hat; Darin vergebe ich mir, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe mich von anderen – die eins und gleich mit mir sind – zu trennen, um mich von ihnen/allen abzusondern, weil ich etwas besonderes sein wollte, ohne zu erkennen, dass wenn ich den anderen das Besondere abspreche, ich mir das selbst ebenfalls abspreche.

Ich verpflichte mich meinen Beruf als das zu sehen, was es ist – ein Beruf. Darin verpflichte ich mich meine Mitmenschen nicht nach ihren Berufen zu beurteilen, weil das einfach die Tätigkeiten sind, die wir im System ausüben um zu überleben.

Ich verpflichte mich mich mit Selbst-Schreiben, Selbst-Vergebung und eine praktische Selbst-Korrektur von allen illusorischen Selbst-Definitionen zu befreien, weil sie beschränkend und limitierend sind, und mich davon abhalten mich als LEBEN eins und gleich mit allem was existiert zu erkennen und zu leben.

Ich verpflichte mich den Selbst-Wert vom Beruf anzukoppeln, weil alle Menschen eins und gleich LEBEN sind und unser Ziel darf nicht sein, wer der Beste im Beruf ist, sondern eine Ausgangssituation in der Welt zu erschaffen, in der jeder die Möglichkeit zum Selbst-Ausdruck hat und der Mensch selbst als Wert angesehen wird und nicht davon abhängt was er macht, oder wie gut er darin ist.

Ich verpflichte mich mein Können und meine Fähigkeiten darin einzusetzen, um die Menschen aufzurütten, damit wir eine neue Welt aufbauen, in der wir nicht einen Beruf ausüben um zu überleben, sondern weil wir uns darin Selbst-Ausdrücken.



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