Tag 393 – Der Vernichtungsschmerz

26. April 2015

[Definition: Als Vernichtungsschmerz werden akut auftretende, stärkste Schmerzen bezeichnet, die bei den Betroffenen ein Gefühl der Ausgeliefertheit und Hilflosigkeit auslösen und zu massiver Todesangst führen können.]

Der Zustand meines Körpers – im Speziellen mein Nacken-/Kopfbereich – hat sich vor ca. zwei Wochen drastisch zugespitzt. Ich hatte einen erneuten Schmerz-Vorfall, wie ich es bis heute noch nicht erlebt habe. Die Schmerzen sind von meinem Nacken in den Kopf ausgestrahlt, ich war mehrere Tage lang vor Schmerzen nicht fähig mich zu bewegen. Ich habe in meinem Leben noch nicht solche Schmerzen erlebt. Die üblichen Schmerzmittel haben kaum geholfen. Die Schmerzen traten am Samstag morgen auf und ich war praktisch zwei Tage und Nächte lang auf mich Selbst gestellt, weil ich erst am Montag morgen zum Arzt konnte.

http://www.deviantart.com/art/Pain-5313102

http://www.deviantart.com/art/Pain-5313102

In diesem Schmerz-Delirium tauchten in mir Gedanken und Emotionen auf, die ich in dieser Intensität auch noch nicht erlebt habe. Ein Gedanke, der mich besoders beeinflußt, aber auch über mich Selbst hat staunen lassen, war der Wunsch zu Sterben. Ich wollte nicht mehr. Ich konnte und wollte die Schmerzen nicht ertragen und habe mir gewünscht, jemand würde mich erlösen und am liebsten töten, sozusagen den Stecker ziehen. Beim klassischen ‘Vernichtungsschmerz’ empfindet der Patient wegen der Intensität der Schmerzen eine Todesangst, bei mir war es anders, ich habe mir den Tod herbeigewünscht.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich mit dem Gedanken / den Wunsch zu Sterben identifiziert haben.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich so von dem Gedanken und Wunsch einnehmen zu lassen, dass ich bereit war, alles was ich bin loszulassen und alleine innerhalb des Gedankens zu existieren, so dass der Tod mir wie eine ‘Er-Lösung’ vorkam.

Ich realisiere, dass es nicht der Schmerz war, der diesen Gedanken / Wunsch in-mir und als-mich erzeugt hat, sondern dass der Schmerz ‘etwas’ aus mir zum Vorschein gebracht hat, was bereits (tief) in-mir vorhanden ist/war – eine Form von Depression, ein Aufgeben auf allen Ebenen – absolute Machtlosigkeit, Hilflosigkeit.

Ich realisiere, dass ich mir den Tod nicht wegen der Schmerzen selbst herbeigewünscht habe, sondern weil ich glaube, sie würden nie wieder aufhören, und ich mir in der Situation ‘machtlos’ und ‘hilflos’ vorkam.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass ich keinerlei Einfluß auf die Schmerzen habe.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe davor Angst zu haben, dass die Schmerzen nie wieder aufhören, und ich bis zum Ende meines Lebens mit Schmerzen leben muss.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mr erlaubt habe zu denken, dass ein Leben mit chronischen Schmerzen nicht lebenswert ist und keinen Sinn macht.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mir vorzustellen, wie ich auf Dauer – immer – mit Schmerzen leben muss, bzw. immer Schmerztabletten einnehmen muss, ohne zu realisieren, wie ich innerhalb dieser Vorstellung enorme Energie der Hilflosigkeit und Machtlosigkeit generiere, die keinerlei praktischen Wert für die Genesung/Lösung des Problems hat, sondern mich viel mehr in diesem Zustand verankert und eine Veränderung geradezu verhindert.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben und zu denken, dass es keine Lösung für meine Schmerzen gibt, und dass mir kein Arzt helfen kann.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe Angst davor zu haben, dass mir kein Arzt helfen wird bzw. kann.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es eine Art Karma und Strafe ist, dass ich Schmerzen habe, und dass ich jetzt ‘büßen’ muss.

Ich realisiere, dass derartige Gedanken der Hilfs- und Machtlosigkeit bereits in-mir und als-mich verankert sind, als Anhäufungen vergangener Ereignisse/Erinnerungen/Vorstellungen, zb. meiner Erfahrungen mit Kranken bzw. mit dem Gesundheits-System als solches, oder meinen Einstellungen, die ich in Bezug auf Kranke bzw. auf das vorhandene Gesundheits-System entwickelt und als mich programmiert habe.

Diese Schmerz-Episode, so möchte ich das Ereignis bennenen, das ich gerade in Real-Time ablaufe, hat einige Punkte an die Oberfläche geholt. Und zur Zeit sieht alles ziemlich chaotisch / unüberwindbar für mich aus. Ich werde mir die Punkte in kommenden Blogs eins nach dem anderen anschauen und ausschreiben…

Ich verpflichte mich, mich meiner vorprogrammierten Energie der Hilf- und Machtlosigkeit in Bezug auf Krankheiten zu stellen, sie mir Selbst zu vergeben, die darin eingebetteten Energien aufzulösen, und mich so auch darin praktisch zu unterstützen, den Gründen für meine Krankheit/die Schmerzen praktisch zu erforschen, den physischen und mentalen/psychologischen, und die mir zur Verfügung stehenden Mittel (zb. das Gesundheits-System) zu nutzen, denn ich realisiere, dass das Verweilen innerhalb der Energie der Hilf- und Machtlosigkeit ein erheblicher Teil des Problems als ganzes ist – da es die Beziehung zu mir Selbst in Bezug auf Krankheiten/physische Disfunktionen darstellt.



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