Tag 390 – Trigger-Punkte

1. Februar 2015

failure1Was ist ein Trigger-Punkt? Ein Trigger-Punkt ist die Stelle beim Ablauf eines Geschehens/einer Handlung, an der ein bestimmtes ‘Programm’ ausgelöst wird. Ein Trigger-Punkt leitet ein bestimmtes Verhaltens-Muster ein. Ein Trigger-Punkt ist eine Konditionierung. Mit dem Auftreten eines bestimmtes Trigger-Punktes, können wir gar nicht mehr anders als auf diese spezifische konditionierte Weise reagieren/handeln. Unser Verhalten/Benehmen/Denken ist vor-programmiert, weil vor-konditioniert und deshalb auch überhaupt nicht ‘neu’ oder ‘einzigartig’ – wir handeln gewissermaßen nicht ‘frei’, wir reagieren laut den ‘Programmen’, die wir in-uns und als-und vor-installiert haben.

Die ‘Phase’ der Konditionierung findet bereits in der Kindheit statt. Je älter wir werden, desto weniger lassen wir uns auf Neues ein. Auch unsere Verhaltensweisen werden immer ‘eingefahrener’. Wir können uns oft, an die speziellen Ereignisse gar nicht mehr erinnern, bzw. bringen sie mit dem scheinbar ‘neuem’ aktuellem Geschehen nicht in Verbindung, doch wenn man sich Selbst verlangsamt und die genauen Gedanken mal aufschreibt, die in einem auftauchen und aufsteigen, während man ‘reagiert’, stellt man sehr schnell fest, dass die ‘alten’ Verknüpfungen’ sehr wohl anwesend sind – sie sind Teil unseres Wesens geworden, sie ‘steigen’ ja auch nicht aus dem ‘Nichts’ auf, es sind ja unsere Gedanken!

Trigger-Punkte im Detail zu kennen, bedeutet sich Selbst zu kennen. Die meisten von uns, sind sich über die Existenz dieser Trigger-Punkte nicht einmal gewahr. Wir denken – eher glauben wir –  dass jede Situation ‘anders’ ist, und wir immer auf eine ‘andere’ Weise reagieren, und mag sein, dass es nicht DEN einen Trigger-Punkt gibt, nicht DIE eine Konditionierung, unser Repertoire umfasst vielleicht Hundert, vielleicht weniger, vielleicht mehr ‘eingefahrene Reaktions-Programme’, aber trotzdem sind unsere Reaktionen absolut nicht ‘lebendig’, sie sind Relikte / Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten.

Mir ist neulich klar geworden, dass meine Vorstellung vom Trigger-Punkt einwenig ‘daneben’ war. Wenn man sich so ein ‘Reaktions-Programm’ mal näher anschaut, wie es im Detail verläuft, ich habe den Trigger-Punkt für mich immer im Externen gesehen. Zum Beispiel wenn jemand etwas Bestimmtes sagt, manchmal ist es nur EIN Wort, oder eine bestimmte Art zu schauen, oder eine Handbewegung, manchmal ist es nur der ‘Ton’, ‘wie’ jemand etwas sagt, der scheinbar ‘aussreicht’, um eine bestimmte ‘Reaktion’ in-mir auszulösen.

Und doch ist es NICHT der eigentliche Trigger-Punkt. Es gibt diesen kleinen Moment in-mir, noch bevor ich ‘reagiere’ – in dem ich die ‘Information’, die ich wahrgenommen habe, verarbeite – ich ziehe Schlussfolgerungen, vergleiche die ‘Information’ mit meinem ‘gespeichertem Wissen’, ich ‘rufe’ Erinnerungen ‘auf’ – ich rufe tatsächlich ein ‘vor-konditioniertes’ Verhalten auf – erst dann ‘reagiere’ ich entsprechend.

Egal was im Externen passieren mag, es rechtfertigt NICHT meine vor-programmierte ‘Interne Reaktion’. Es bin ich, die dieses Verhalten in-mich und als-mich konditioniert hat.

Und beim Ablaufen bestimmter Punkte, Trigger-Punkte, habe ich entdeckt, dass sogar bei der ursprünglichen ‘Reaktion’, der ‘ersten’ Erinnerung sozusagen, dass ich bereits da unehrlich mit mir Selbst war. Ich habe schon damals ‘Externe’ Sachen für die in-mir und als-mich existierenden ‘Bewegungen’ verantwortlich gemacht. Denn eigentlich geht es bei jeder ‘Reaktion’ um Selbst-Verantwortung. Es ist also kein Wunder, dass ich bis heute ‘reagiere’, weil ich bis heute nicht die volle Selbst-Verantwortung in jedem Atemzug trage.

Meine ‘Reaktion’ ist mir heute ein Hinweis, dass ich immer noch nicht die volle Selbst-Verantworung innerhalb eines spezifischen Punktes übernommen habe. Solange ich den Trigger-Punkt noch im ‘Externen’ sehe, kann ich keine ehrliche Selbst-Vergebung praktizieren, denn wie könnte ich mir Selbst etwas ‘Externes’ vergeben? Das wäre immer noch eine Trennung.

Ich muss einen Schritt zurück laufen, noch bevor die ‘Reaktion’ stattfindet, noch bevor ich meinen ‘Lebendigen Selbst-Ausdruck’ mit einer ‚automatisierten Reaktion‘ austausche – mich im HIER verankern, wieder ‘lebedig’ werden – die ‘alten’ Muster verabschieden, auflösen, sie mir selbst vergeben – um der ‘Externen’ Welt wirklich ‘neu’ begenen zu können, und sie nicht als Trigger-Punkte zu ‘mißbrauchen’, um mich so in der Vergangenheit Selbst gefangen zu halten.

Trigger-Punkte können eine wunderbare Quelle der Selbst-Schöpfung sein.

 



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