Tag 383 – Die Judas Geschichte mal anders

2. Dezember 2014

judas-kiss-660Ich kenne die Bibel nicht besonders gut, aber ich bin im christlichen Europa aufgewachsen, da kommt man um diese Geschichte nicht rum: Judas – der Verräter. Aber was bedeuted diese Geschichte, wenn ich sie auf mein praktisches Leben beziehe. Wer ist Judas? Wer bin ich als Judas? Bin ich Judas?

Beim Desteni-Ich-Prozess lernt man alle existierenden Sachen in einem anderen Kontext zu betrachten. Dem eigentlich einzigen REALEN Kontext – die Wirklichkeit bezogen auf das Selbst, die Wirklichkeit spiegelt das Selbst. Wer bin ich innerhalb der mich umgebenden Wirklichkeit?

So gesehen, verrät Judas nicht ein separates Wesen – Jesus – er verrät sich Selbst. Er verrät all das was er in Bezug auf Jesus geglaubt hat zu sein. Ein Verrat zeigt uns, wie der Name schon sagt – verrat – verraten – was ‘real’ und was ‘illusorisch’ ist – an uns Selbst.

Wir verraten ständig unser Selbst – unser Leben; ‘verraten’ also ebenfalls die Unehrlichkeit, die in uns existiert – die Spaltung zwischen dem Guten, das wir nach aussen vorgeben und dem Böshaften, das wir wahrhaft im Inneren sind.

Nach Außen folgen wir dem Gutem, lieben das Gute, verehren es, und doch im Augenblick der Entscheidung, wo wir zwischen dem ‘Guten’ und unserem Eigen-Interesse wählen müssen, verraten wir uns – und zeigen unseren wahren Kern. Für ein paar glänzende Münzen verkaufen wir alles ‘Gute’, an das wir geglaubt haben – für einen Preis geben wir Preis, dass all die Güte in uns, nur ein Schein war. Und diese Scheine werden uns dann in die Hand gelegt. Wir fühlen uns schuldig, wollen den Schein nicht, wir heften es dem Guten an, von da an kann es dann von seinem Haupt erstrahlen, als ein Heiligenschein. In unserer Verblendung merken wir nicht, dass das Gute schon längst tot ist, weil wir es gekreuzigt und begraben haben. Das kümmert uns aber nicht, wir verehren ab jetzt die Toten und machen einen Kult daraus die Scheine zu sammeln. Sie blenden uns so sehr, dass wir an eine Auferstehung glauben und nicht mehr sehen können, dass die Erscheinung, die wir kreiert haben, rein gar nichts mit der ‘Güte’ zu tun hat, die einst Fleisch geworden, unter uns geweilt hat, um uns zu zeigen, was Lebendige Worte sind. Worte, die die gleiche Güte im Inneren wie im Äußeren verraten, und nichts als Güte Preis geben.

In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du ‘Dich’ dreimal verraten.

Der Hahn steuert den Fluß, den Fluß des Lebens, du weißt nicht wann er für Dich abgedreht wird, Du verräts in jedem Augenblick deines Lebendigen Atems – WER Du bist – die Entscheidung liegt bei Dir – warte nicht, bis Dir der Hahn abgedreht wird.

 

 



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