Tag 380 – Altruismus vs. Egoismus

22. Oktober 2014

verbal-fight3Heute möchte ich mir das Wort Altruismus anschauen, so wie ich das Wort definiert habe und wie ich es zur Zeit auslebe. Ich habe bei Wikipedia folgende Definition gefunden „Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise“.

Ich würde behaupten eine altruistische ‘Ader’ in-mir zu haben. Doch wenn ich mir den gesamten Prozess meines altruistischen Handelns und Denkens anschaue, finde ich ganz schön viele Konflikte darin begraben und versteckt. Denn so wirklich ‘selbstlos’ ist meine Handlungs- und Denkweise nicht. Oft glaube ich etwas von mir ‘aufgeben’ zu müssen, oder sogar ‘gegen mich’ und ‘für’ den anderen etwas zu machen, oder ich tue so, als ob ich ‘selbstlos’ wäre, dabei ist meine Motivation ganz klar ‘selbst-interessiert’, ich täusche mich dann gewissenmaßen selbst, und behaupte lediglich nach außen ‘selbstlos’ zu sein. Doch primär fällt mir auf, dass ich hinter dem Wort Altruismus eigentlich meine Angst vor Konflikten auslebe. In Situationen, in denen meine Sichtweise mit der Sichtweise meines Gegenübers kollidiert und scheinbar nicht kompatibel ist, gebe ich auf | ziehe den Kürzeren — doch der Konflikt darin bleibt in-mir und als-mich bestehen. Ich ‘versuche’ dann die ‘Klügere’ zu sein, ich packe alles in diese Selbst-Definition ein, dass ich über den Dingen stehe.

Dies ist ganz klar ein Wiederholungs-Zyklus in meinem Leben. Ich habe diese Tendenz – diese daraus entstehenden Konflikte – anzusammeln und so eher destruktive Beziehungen zu erschaffen. Mit destruktiven Beziehungen meine ich, dass viele meiner Beziehungen auf Dauer immer konfliktreicher werden, sodass ich am Ende eines Weges die Menschen nicht so furchtbar mag – sprich die Beziehungen ‘gedeihen’ nicht, sie ‘zerfallen’ langsam.

Es wird sicherlich eine Herausforderung sein, diese Denk- und Handlungsweise zum ‘das Beste für alle’ zu korrigieren und die Polarität darin aufzulösen. Die Polarität von ‘Mein Ding’ kompromisslos durchzuziehen oder die anderen ‘Ihr Ding’ machen | ‘gewähren’ zu lassen.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meine Angst vor Konflikten hinter dem Wort ‘Altruismus’ zu verstecken und mich so selbst zu täuschen die ‘Klügere’ zu sein.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nach außen die ‘Klügere’ zu ‘spielen’ und in-mir und als-mich weiterhin extreme Konflikte auszuleben, ohne zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass ich mit dieser Denk- und Handlungsweise Beziehungen erschaffe, die auf Dauer nicht bestehen können und die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich so weit selbst getäuscht und gerechtfertigt zu haben, dass ich am Ende eines Weges glaube ‘unschuldig’ zu sein, wenn die Beziehung vollends zerfällt — weil ich ja ach so oft ‘nachgegeben’ habe, und ja alles versucht habe ‘gut’ zu sein — dabei ist es gerade meine Angst vor Konflikten, so wie ich mit dem Wesen und der Situation umgegangen bin, wie ich mich Selbst gelenkt und gesteuert habe dafür verantwortlich, wie die Beziehung ist und damit auch endet.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass sich hinter meiner ‘Selbstlosigkeit’ das Absolute EGO versteckt, der Glaube ‘Ich sei GUT und RICHTIG’ und dass ich ‘alles versuche’ – sogar die Konflikte, die in-mir exisiteren ‘verleugne’ — ohne zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass ich damit eine ‘Lüge’ als mich Selbst auslebe und NICHT aufrichtig bin — Darin existiert weder Ehrlichkeit, noch Selbst-Ehrlichkeit.

Ich verpflichte mich, mich meiner Angst vor Konflikten zu stellen, und es nicht mehr hinter der Fassade von Altruismus zu verstecken.

Ich realisiere, dass wenn eine Situation auftaucht, in der meine Sichtweise mit der Sichtweise eines anderen kollidiert, diese Denk- und Handlungsweise zu keiner Lösung führen wird — Konflikte zu verleugnen, zu ignorieren, zu rechtfertigen erschafft nur zusätzliche Schichten, damit erschafft man nur EGO-Kriege und der tatsächliche Sachverhalt wird vollkommen nebensächlich. Am Ende des Weges einer solcher Lebenweise, steht man vor lauter gescheiterten Beziehungen, weil man nicht begriffen hat, dass Beziehungen ein Resultat sind – das Resultat der eigenen Ehrlichkeit und Selbst-Ehrlichkeit innerhalb der akzeptierten Denk- und Handlungsweisen.

Ich verpflichte mich, in Konflikt-Situationen das Selbst-Bild der ‘Klügeren’ nicht mehr als mich Selbst zu akzeptieren, zu erlauben und auszuleben – ich sehe, erkenne und verstehe, dass dieses Selbst-Bild ein Ergebnis eines langen und langsamen Bewußtseins-Prozesses war und ist, in dem ich meine Angst vor Konflikten gerechtfertigt und angesammelt habe.

Deshalb entscheide ich mich in Konflikt-Situationen nicht nach den Parametern von ‘positiv’/’richtig’ und ‘falsch’/’negativ’ zu denken, sondern meinen Fokus auf den tatsächlichen Sachverhalt zu legen → und im Prozess bedeutet dies vorallem, die eigenen Selbst-Unehrlichkeiten zu entlarven und zu korrigieren.

Ich sehe, erkenne und verstehe, dass Altruismus, so wie wir es definiert haben, bereits eine Polarität verbirgt, man kann auf Dauer nicht für andere Denken, Handeln und Leben – dies ist eine klare Separation | Trennung. Eine auf Dauer ausgelegte und nachhaltige Lebensweise muss nach dem Prinzip ‘das Beste für Alle’ ausgelegt sein, damit KEINE Konflikte – auf keiner Seite – angesammelt werden. Wobei Konflikte vorallem als Selbst-Konflikte gesehen und erkannt werden müssen.

Deshalb verpflichte ich mich, meine Konflikte als Selbst-Konflikte zu untersuchen, zu erforschen und mich Selbst so auszurichten und anzugleichen, dass ich nach Innen UND nach Außen immer in jedem Atemzug EINS UND GLEICH bin — damit löse ich die Wurzel des eigentlichen Konfliktes auf, ich löse die Polarität auf, die zwischen Egosimus und Altruismus als mich Selbst existiert.

 



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