Tag 379 – Persönlichkeiten der Informationsverarbeitung

20. Oktober 2014
http://www.deviantart.com/art/brain-26905148

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Ich möchte mir heute ‘Vertrauen’ anschauen, eine ganz bestimmte Dimension davon. Ich habe festgestellt, dass das Vertrauen, das ich Sachen, Situationen oder Wesen entgegenbringe KEIN echtes Vertrauen ist. Es ist eher eine ‘Vorstellung’ und eine ‘Annahme’/’Erwartung’, dass die Sache, die Situation oder das Wesen ‘gut’ ist. Darin ist eine positive ‘Aufladung’ verankert → Gefühle wie Sicherheit, aber auch die Hoffnung auf einen guten | positiven Ausgang.

Die Folge ist, dass wenn ich auf diese Art ‘vertraue’, ich nur ‘halb’ anwesend bin. Mein üblicher, ich möchte es mal – Polizist im Kopf – schaltet sich für einen Augenblick aus, aber wie mir beim Schreiben klar wurde, switchen lediglich bestimmte Bewußtseins-Prozesse ihre Position – der Polizist im Kopf tritt für einen Augenblick zurück und dieses wohlige Gefühl des blinden Vertrauens nimmt seinen Platz ein.

Beide Prozesse bilden eine Polarität ab. In keinem Fall bin ich vollständig anwesend. Der Polizist im Kopf kreiert zwar die Illusion einer Aufmerksamkeit, und doch ist dieser Prozess befangen von Vorurteilen, die man als ‘negative’ ‘Erwartung’ zusammenfassen kann. In beiden Fällen betrachte ich nicht die Physische Realität, so wie sie vor mir liegt | sich präsentiert. Meine volle Aufmerksamkeit | mein Gewahrsein wird aufgespalten, ein Teil meines Selbst wird in eine ‘Persönlichkeit’ umgeleitet – ob es nun der ‘Polizist’ ist, der nach dem ‘Haken’ sucht, oder das ‘Blinde Vertrauen’, dass alles ‘gut’ ist.

Und wie sooft, stelle ich fest, dass ‘negative’ Prozesse mehr aus ‘Internen Selbstgesprächen’ bestehen, eher ‘formell’ sind und ‘positive’ Prozesse mehr aus Gefühlszuständen bestehen, also eher ‘informell’. Durch die Ansammlung des ‘Negativen’, der eigentlichen Grundlage eines jeden Bewußtseins-Prozesses – der ‘aktiven’ Arbeit, die ich ‘leisten’ muss, indem ich tatsächlich mit mir darüber spreche, es ausformuliere, bereite ich das ‘Positive’ vor – die Erfahrung’, die scheinbar selbstverständlich daherkommt und ohne Mühen ein ‘High’ auftaucht.

Denn wenn Etwas oder Jemand Neues | eine Neue Information meine Welt betritt, aktiviere ich automatisch den ‘Polizisten im Kopf’, habe ich dieses Etwas oder das Wesen zu genüge ‘gecheckt’ und ‘geprüft’, erlaube ich mir eine ‘Pause’ – nach der geleisteten ‘Arbeit’, ‘belohne’ ich mich mit dem ‘guten Gefühl’ ‘blind’ vertrauen zu können.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meine volle Aufmerksamkeit | mein Gewahrsein in Automatisierte Persönlichkeiten umzuleiten, die für mich und als mich Information aufnehmen und verarbeiten, ohne zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass ich damit einem ‘Polaren System’ folge, alles in ‘negative’ und ‘positive’ Erfahrungen umzuwandeln, anstatt die Physische Realität so aufzunehmen, wie sie tatsächlich vor mir liegt | sich mir präsentiert.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es ‘normal’ ist, die mich umgebende Information in das ‘Positive’ oder ‘Negative’ einzuteilen, ohne zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass die mich umgebende Information KEINEN solchen ‘Wert’ beinhaltet – sondern dass es mein eigener ‘Wert’ ist, den ich den Sachen, Situationen oder Wesen zuschreibe. Somit sagt diese ‘Bewertung’ NICHTS über die mich umgebende Information | Welt aus, sondern nur über mich Selbst → was ich denke, was ich glaube, was ich erhoffe, was ich annehme, was ich für ‘positiv’ bzw. ‘negativ’ halte usw.

Ich vergebe mir Selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass ich innerhalb dieser ‘Persönlichkeiten’ NIE die Physisch Real Existierende Information aufnehme und verarbeite, sondern nur mich Selbst als das ‘Polare System’ weiter ausbaue und entwickle.

Ich verpflichte mich, mein Gewahrsein nicht in ‘Persönlichkeiten’ umzuleiten, die scheinbar die mich umgebende Information verarbeiten, denn sie nutzen nur die Realität aus, um ‘positive’ oder ‘negative’ ‘Erfahrungen’ zu kreieren. Am Ende solcher Prozesse zählt nicht mehr das, was tatsächlich vorkommt | existiert, sondern was ich als EGO darüber ‘denke’ – was völlig un-wesen-tlich ist.

Ich verpflichte mich, meinen Prozess weiterhin beständig zu beschreiten und meine Informationsaufnahme und -verarbeitung von allem EGO zu klären und zu befreien, damit ich letztendlich die Physische Realität wahrnehmen, aufnehmen und verarbeiten kann | damit ich nicht an den Dingen, die tatsächlich existieren, ‘vorbeidenke’ — sondern mir über sie ‘gewahr’ werde.

Das spannende dabei ist, dass diese Klärung auch eine Selbst-Klärung ist. Wenn ich meine Informationsaufnahme und -verarbeitung aufkläre und vom EGO befreie – werde ich mich SELBST als das WESEN er-LEBEN, das ich tatsächlich bin, und nicht die Illusion, die ich glaube zu sein…

 



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