Tag 358 – Automatisierte Rechtfertigungen

13. April 2014
http://steveallred.deviantart.com/art/Contemplating-Duality-146006083

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Ich habe mein tägliches Schreiben aufgegeben. ‘Irgendwie’ habe ich unzählige Ebenen aufgeschichtet – Rechtfertigungen und einfache Ignoranz – warum ich nicht mehr die Zeit habe, täglich zu schreiben. Ich brauche hier meine ‘Erklärungen’ gar nicht aufzuzählen – die Arbeit, das Leben, Vorhaben, Pläne, die Leute. Ich habe meine ‘Prioritäten’ verschoben. Mein ‘Prozess’ ist ganz schleichend, von Tag zu Tag, immer eine ‘Schicht’ weiter nach hinten gerutscht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe an den ‘Rechtfertigungen’ festzuhalten, warum ich keine Zeit zum Schreiben habe, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, dass es KEINE Rechtfertigungen gibt, weil es KEINE externen Gründe dafür gibt – das OB + WIE + WARUM ich schreibe ist eine Entscheidung – ich Selbst bestimmte, wie ich meine Prioritäten setzte. Eine Aussage ‘Ich kann nicht schreiben, weil…’ hat überhaupt KEINE Gültigkeit – ich entscheide mich – warum auch immer – NICHT zu schreiben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe ‘passiv’ zu werden, und mich dem vor-programmiertem Strom hinzugeben, obwohl ich mir über die letzten Jahre selbst bewiesen und belegt habe, dass ich jeden Tag von neuem die Entscheidung zum Schreiben leben muss, dass mein Prozess niemals von ‘alleine’ passieren wird, weil der Prozess eben nicht vor-programmiert ist – vor-programmiert ist viel mehr mein Aufgeben und Ignorieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe fest daran zu glauben, dass es unmöglich ist, Vollzeit zu arbeiten UND täglich zu schreiben, und doch habe ich es einmal gemacht, also weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es sehr wohl möglich ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mein ‘Nichts-Tun’ zu rechtfertigen und mich mit anderen zu ‘vergleichen’, obwohl ich es doch längst begriffen habe, dass der Einzige Maßstab die Selbst-Ehrlichkeit ist – der Prozess kann nicht mit anderen verglichen werden – es ist keine Schule und kein Wettbewerb, die bzw. den ich mit einer externen Bewertung, einer Note bestehen kann – hier geht es alleine um die Beziehung mit und zu mir Selbst – die Integrität, die ich als mich Selbst aufbauen kann.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meine Rechtfertigungen automatisiert zu haben, sprich gar nicht mehr jeden einzelnen Tag, jeden einzelnen Atemzug zu steuern und zu lenken.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe Zeiten/Tage, in denen ich tatsächlich vollbeschäftigt bin, als eine Ausrede dafür zu nutzen, dass ich überhaupt nie Zeit habe, was einfach NICHT stimmt – ich bin nicht täglich von Morgens bis Nachts vollbeschäftigt.

Ich verpflichte mich, meinen Prozess und insbesondere mein Schreiben, NICHT automatisiert zu vernachlässigen, weil ich die ‘Rechtfertigung’, keine Zeit zu haben, zu meinem ‘Freund’ gemacht habe.

Ich verpflichte mich jeden Tag aufs Neue zu betrachten, zu planen, und meine Prioritäten wieder so anzugleichen und so auszurichten, dass ich mir die Zeit zum Schreiben ‘gebe’ und mir das Selbst-Schreiben ermögliche.

Ich realisiere, dass es NIE eine Zeit geben wird, wo ich uneingeschränkte Zeit zum Schreiben ‘haben’ werde – das ist eine Illusion – die Konsequenzen der von uns als Menschheit erlaubten und zugelassenen Lebensweise akkumulieren von Tag zu Tag – die Arbeitsverdichtung wird von Jahr zu Jahr ‘schlimmer’, der Druck wird von Jahr zu Jahr ‘schlimmer’. Da ‘Zeit’ gleich ‘Geld’ ist, wird auch die ‘Zeit’ von Jahr zu Jahr knapper. Ich habe keine ‘Wahl’, was die ‘Zeit’ betrifft, ich kann die ‘Zeit’ nicht stoppen, ich kann sie nicht verlangsamen, ich kann sie nicht dehnen, ich kann sie nicht vermehren. Das einzige was ich kann – ist meine Zeit lenken und steuern – eine Entscheidung treffen und leben – was und wie ich mit der mir zur Verfügung stehen ‘Frei-Zeit’ mache.

 



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