Tag 353 – Alles nur Sex.

29. März 2014
http://janellemckain.deviantart.com/art/Enigma-136001092

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Ich möchte mir in kommenden Blogs eine spezifische Dimension / einen bestimmten Punkt anschauen, was genau in-mir und als-mich abläuft, wenn ein neuer Mensch meinen Lebensraum / meine Realität betritt. Auch ganz spezifisch, wenn dieser Mensch auch ein ‘Mann’ ist.

Es gibt da bestimmte und spezielle Automationen, die geradezu selbstverständlich ablaufen. Mit selbstverständlich meine ich, dass sie so ‘normal’ für mich geworden sind, dass ich sie praktisch gar nicht mehr wahrnehme.

Wenn ich mich jedoch in meinen Gedanken, und den darin eingebetteten Gefühlen und Emotionen verlangsame, wird offensichtlich, dass ich – auch wenn ich es verleugne – ganz gewiss weiß, was ich da eigentlich tue. Meine ‘Behauptung’, alles würde so ‘selbstverständlich’ ablaufen, ist selbst-ehrlich betrachtet eine ‘Rechtfertigung’ und ein ‘Schutzmechanismus’ der von mir erlaubten und akzeptierten Lebensweise als ein Bewußtseins-System. Warum sollte man sich seiner Selbst gewahrsein, das ‘Was’ und ‘Wer’ man ist kennen, wenn man einem Autopiloten das Ruder überlassen kann? Ich habe erkannt, dass diese ‘Rechtfertigungen’ und ‘Schutzmechanismen’ – der gesamte ‘Autopilot-Apparat’ als das Bewußtsein-System keinerlei echten Nutzen für mich hat, im Gegenteil – ich verdränge und unterdrücke mich ständig, rede mit mir Selbst, zweifle und spalte mich in diverse Persönlichkeiten, ich versuche nach Außen jemand zu sein, der ich im Innern nicht bin – Ich lebe in ständiger Selbst-Verleugnung. Was eigentlich ganz logisch ist, denn wenn ich mich innerhalb und als ein System verkörpere, kann ich keine ‘Einheit und Ganzheit’ als mich Selbst sein – ausgeglichen und angeglichen – Außen wie Innen – eins und gleich.

Das erste was mir aufgefallen ist – wenn ein neuer Mensch, ein neuer Mann meine Realität betritt – ist, dass ich völlig unbewußt eine Kategorisierung vornehme. Ich schätze den Mann ein. Und der Maßstab ist die ‘Anziehung’. Ich bestimmte folglich, auf der unbewußten Ebene – ob mir der Mann gefällt oder nicht. Unabhängig von den realen Begebenheiten – ich meine, ich fange nicht mit jedem Mann eine ‘sexuelle Beziehung’ an, und doch nehme ich diese ‘Einschätzung’ vor. Diese ‘Einschätzung’ bestimmt auch die Art und Weise, wie ich in Zukunft mit diesem Mann verfahren werde. Lehne ich einen neuen Menschen, einen neuen Mann in meinem ‘Secret Mind’, dem Teil meines Bewußtseins, der nur für mich bestimmt ist, die Gedanken, die ich nicht teile und ausspreche, und manchmal mir sogar selbst nicht eingestehen will, als einen ‘potenziellen Partner’ ab – ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich auch ansonsten keinerlei ‘Verbindung’ mit dem Menschen/Mann eingehen werde.

Wenn ich mir meine bestehenden Beziehungen mit Männern anschaue, sind sie alle – auf einer unbewußten Ebene – sexualisiert. Je mehr ich jemanden ‘mag’, desto ‘sexier’ finde ich ihn. So einfach ist das. Dies bedeutet aber, dass ich alle ‘potenziellen Beziehungen’ mit Männern auf diesen einen Punkt reduziere. Das ist eine krasse Limitation, denn das Leben ist doch nicht nur ‘SEX’. Wie viel Leben und ‘Lebenspotenzial’ verpassen wir, wenn wir aus zwischenmenschlichen Beziehungen grundsätzlich ‘sexuelle Erfahrungen’ machen?

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe jeden Mann, der meine Realität und meinen Lebensraum betritt, zu kategorisieren und einzuschätzen, wie ‘anziehend’ ich ihn finde, und meine Bereitschaft / meine Entscheidungen auf dieser ‘Einschätzung’ zu basieren, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, dass ich bereits in meinem Ausgangspunkt die Beziehung alleine auf den ‘Sex-Faktor’ limitiere.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich innerhalb meiner ‘Einschätzung’ auch das Wesen vor mir absolut limitiere, wir Menschen sind multi-dimensionale Geschöpfe – und doch schalte ich sozusagen 99% der Realität aus und hebe das 1% ab, blase es auf und mache es zum ‘bestimmenden Faktor’.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, wie ich das ‘Potenzial’ zwischenmenschlicher Beziehungen limitiere, wenn ich in jedem Menschen/Mann nur den ‘Sex-Faktor’ als den entscheidenden Faktor nutze – weil ich dann praktisch alle anderen ‘Aspekte des Lebens’ ausschalte und ignoriere.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe alle Männer zu ignorieren, die ich nicht ‘sexy’ finde, als ob ‘Sex’ das einzige ‘wertvolle’ wäre, als ob ‘Sex’ das einzige wäre, was wir uns als Menschen gegenseitig zu geben haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe die Bewußtseins-Prozesse, die den ‘Sex-Faktor’ bestimmen in-mir und als-mich derart automatisiert zu haben, dass sie heute völlig selbstverständlich ablaufen – auf einer unbewußten Ebene – sodass ich mir heute gar nicht mehr gewahr bin, dass ich jede potenzielle Beziehung mit einem Mann automatisch sexualisiere und damit limitiere – mich genauso wie mein Gegenüber.

Ich verpflichte mich alle Dimensionen dieses Bewußtseins-Prozesses abzulaufen und die Automatismen soweit zu entlarven, dass ich mir in jedem Atemzug meiner Selbst gewahr bin, sodass ich letztendlich immer selbstbestimmend bin und keine ‘unbewußten Abläufe/Programme/Prozesse’ meine Selbst-Applikation steuern, sondern ich Selbst.

Ich verpflichte mich, mein Leben, mich Selbst, die Art und Weise wie und warum ich Beziehungen kreiere und damit auch meine Lebens-Erfahrung zu ‘ent-sexualisieren’, weil ich sehe, erkenne und verstehe, dass ich damit die Limitation und Beschränkung als mich Selbst stoppen kann, die ALLE anderen Aspekte des Lebens unterdrückt und verdrängt hat.



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