Tag 349 – Meinung vs. Wahl

14. März 2014
http://www.deviantart.com/art/San-Surreal-07-150069212

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In diesem Blog möchte ich mich mal wieder mit ‘Entscheidungen’ beschäfitgen. Genauer gesagt, möchte ich eine neue Perspektive für mich eröffnen. Ich bin einige meiner vergangenen Entscheidungen durchgegangen, habe mir noch einmal angeschaut, in welcher Lage ich war und wie und warum ich bestimmte Entscheidungen getroffen habe, und folglich auch wohin sie mich geführt haben.

Dabei ist mir aufgefallen, dass mir Entscheidungen nie leicht gefallen sind, dass ich nicht richtig wußte, welche Entscheidung ich treffen sollte. Dem zugrunde lag die Annahme, dass ich eine Wahl hatte. Doch von heute aus betrachtet, fällt mir auf, dass ich oft eigentlich überhaupt keine Wahl hatte. Zum Beispiel die Zeit als meine Elternzeit zu Ende ging. Ich grübelte und grübelte, ob ich zur Arbeit zurückkehren sollte, oder ob ich noch mehr Zeit mit meinem Kind zu Hause verbringen sollte. Wenn ich mir aber meine finanzielle Lage der damaligen Zeit betrachte, hatte ich keine echte Wahl, als zur Arbeit zurückzukehren, weil ich ansonsten ohne Einkünfte geblieben wäre.

Mein Anfangspunkt Entscheidungen zu treffen, war völlig realitätsfern. Ich habe mir alles mögliche vorgestellt, so als ob auch alles möglich wäre. Ich habe nicht die realen Tatsachen betrachtet, sondern alleine meine emotionalen Befindlichkeiten erkundet. Was wäre wenn…

Es ist folglich eine kleine Verschiebung, die ich bei zukünftigen Entscheidungen vornehmen möchte. Eine Verschiebung hin zur Physischen Realität. Eine Wahl zu treffen bedeutet nicht, sich im Kopf auszumalen, was man ‘am Liebsten’ hätte. Ich meine, versuchen kann man es schon, doch die Physischen Tatsachen werden immer Physische Tatsachen bleiben. Um eine echte Wahl treffen zu können, muß man die tatsächliche Realität erstmals kennen und in die Betrachtung miteinbeziehen. Hätte ich es damals gemacht, wäre mir die Entscheidung viel leichter gefallen, ich hätte nicht wochenlang überlegen müssen. Ich hätte auch die Konsequenzen, die eine jede Entscheidung mit sich bringt auch voraussehen und entsprechend handeln und planen können.

In unserem Bewusstsein scheint alles möglich. Vorstellen kann man sich alles. Das ist eine Weise Entscheidungen zu treffen, die auf Meinung beruht. Eine Meinung, die die eigene Befindlichkeit ausdrückt, kann niemals der Physischen Realität standhalten. In der Realität sind die Sachen nicht positiv oder negativ, sie sind so wie sie sind, egal was ich davon denke. Wenn ich die Lage danach beurteile was mir gefallen würde und was nicht, laufe ich Gefahr, dass ich sie in meinem Bewusstsein/meiner Vorstellung so manipuliere, dass sie mir gefällt. Denn wie oft war ich später enttäuscht. Hier ist schon ein wenig Selbst-Ehrlichkeit von nöten. Denn ich habe alles und jeden beschuldigt, dass meine ‘Entscheidungen’, nicht zu erwünschten ‘Ergebnissen’ geführt haben. Ich habe mir nie eingestanden, dass ich mich selbst betrogen habe, weil ich unrealistischen Wünschen nachgejagt bin.

Ich stelle heute fest, dass ich tatsächlich eine Wahl hatte. Und doch habe ich die echten Möglichkeiten nicht gesehen, weil ich völlig in meinen Vorstellungen, Meinungen und Wünschen befangen war. Wenn ich mir wieder die oben beschriebene Entscheidung ansehe, ich hatte zwar keine Wahl, ob ich zur Arbeit zurückkehre oder nicht, aber ich hätte das WIE anders gestalten können. Ich hätte mir all die Selbst-Zweifel und Selbst-Verurteilungen ersparen können und mein Leben an den Physischen Tatsachen ausrichten können, ich hätte die wirklich vorhandenen Möglichkeiten betrachtet und das was am Besten für alle Beteiligten ist beschließen können.

Sich für Vergangenes zu verurteilen hat aber auch keinen Sinn. Jede Entscheidung hat wie gesagt, ihre Folgen. Wie ich mit diesen Folgen umgehe, ist auch eine Entscheidung. Eine, die ich heute beeinflußen kann, genauso wie die jetzigen und zukünftigen Entscheidungen. Deshalb möchte ich meinen Anfangspunkt in der Weise, wie und warum ich Entscheidungen treffe, korrigieren. Damit ich die Fehler der Vergangenheit nicht mehr wiederhole.

 



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