Tag 345 – Bedauern der Vergangenheit. Mutterglück.

23. Februar 2014
http://www.deviantart.com/art/WIP-The-eyes-of-a-child-397847346

http://www.deviantart.com/art/WIP-The-eyes-of-a-child-397847346

Ich hatte heute Nacht einen ziemlich kurzen Traum. Es bestand aus einem Bild/Image meiner Tochter als sie einige Monate alt war. Ich betrachtete sie bzw. das Bild, das ich innerhalb meines Bewusstseins von ihr geformt habe – ein kleines putziges Babygesicht – und eine Emotion des ‘Bedauerns’ stieg in-mir und als-mich auf, weil ich die Zeit mit ihr als Baby, nicht richtig ‘ausgekostet’ habe. Darin eingebettet war ein Selbst-Urteil, dass ich die ‘schönste Zeit’ mit meinem Baby ‘verpasst’ habe, dass ich eine ‘schlechte’ Mutter war, weil ich nicht ‘bewußter’ mit ihr und der neuen Situation umgegangen bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe ein Bild/Image von meiner Tochter innerhalb meines Bewusstseins kreiert zu haben – ein völlig überzeichnetes süßes, niedliches, putziges Babygesicht – und es für ‘real’ zu halten – erstens, dass meine Tochter wirklich so ausgesehen hat und zweitens, dass ich ‘real’ meine Tochter vor Augen habe, wenn ich dieses Bild/Image aufrufe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich dafür zu verurteilen, dass ich nicht ‘bewußter’ mit meiner Tochter umgegangen bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass wenn ich nur ‘bewußter’ mit meiner Tochter umgegangen wäre, alles ‘besser’ wäre, wobei ich keinerlei Vorstellung davon habe, was ich mit ‘bewußt’ eigentlich praktisch meine.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich dafür zu verurteilen, dass ich die Zeit als meine Tochter ein Baby war, nicht ‘richtig’ genossen habe, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, dass ich damit eigentlich nur eine ‘energetische Erfahrung’ meine, die ich hätte ‘vertiefen’ können, und nicht die ‘reale’ Physische Beziehung, die ich mit ihr und zu ihr hatte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich im Nachhinein als eine ‘schlechte Mutter’ zu verurteilen, weil ich nicht genug ‘positive Energie’/Glück während meiner jungen Mutterschaft erzeugt habe, als ob die ‘positive Energie’/das Glück den ‘Wert’ einer Sache/Beziehung bestimmen und etwas ‘besser’ ist, je mehr ‘positive Energie’ ich darin generieren kann.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass der Selbst-Vorwurf eine ‘schlechte Mutter’ zu sein, weil man nicht genug ‘positive Energie’/Glück aus und mit dem Ereignis der Mutterschaft zieht und generiert – ein immanenter Vorwurf des Bewusstsein-Programms einer Frau ist. Eine junge Mutter zu sein, bedeutet schlaflose Nächte, hormonelle Schwankungen, innere und äußere Veränderungen, eine völlig neue Lebenssituation – die Vorstellung, dass man einfach ‘glücklicher’ weil ‘bewußter’ mit seinem Baby sein soll, ignoriert die Realität einer jungen Mutter. Diese Diskrepanz ist praktisch ein vorprogrammierter Konflikt, denn diese Idee/Vorstellung/Phantasie des ‘bewussten Mutterglücks’ ist nur dann praktisch lebbar, wenn das nötige Geld vorhanden ist, und man sich ein Haushaltsmädchen und/oder ein Kindermädchen, und/oder andere Hilfen leisten kann, oder anderwaltig unterstützt wird, so dass man sich der eigenen Bewusstseins-Erfahrung/ der Illusion hingeben kann, ohne wirklich auf die Physischen Tatsachen achten zu müssen.

Ich lösche in-mir und als-mich dieses überzeichnete und gephotoshopte Bild/Image meiner Tochter, das ich als ein Symbol benutzt habe, damit ich ‘Mutterglück’-Gefühle in-mir und als-mich generieren kann. Meine Tochter hat nie so ausgesehen, das Bild ist nicht mal eine ‘gute Kopie’, ich habe es innerhalb meines Bewusstseins so manipuliert, dass es eine bestimmte ‘Aufgabe’ erfüllen, bestimmte ‘Gefühle’ in-mir und als-mich aktivieren und triggern konnte.

Ich realisiere, dass dieses BIld/Image eine Illusion ist, die ich innerhalb und als mein Bewusstsein erschaffen habe, es handelt sich nicht mal um die ‘reale’ Vergangenheit, es ist eine Erinnerung, die ich manipuliert habe. Das Bewusstsein gauckelt mir vor, ich könnte in der ‘realen’ Vergangenheit schwelgen, ‘so hat es stattgefunden’, ‘das ist vorgefallen’, dabei ist diese Vorstellung/Phantasie/Bild nicht mal die direkte ‘Kopie’ eines Augenblicks, es ist eine zurecht manipulierte künstliche Erfindung. Und auch mit einer ‘realitätstreuen’ Kopie/Bild eines Ereignisses, das ich in eine Erinnerung umforme, wird es nichts ‘Reales’ geben können  – Tatsache ist, dass ich niemals ‘real’ in die Vergangenheit gehen kann.

Ich realisiere, dass meine Vorstellung vom ‘bewussten’ Umgang mit einem Baby keine echte und reale, praktische Anwendung ist, wie ich die Physische Beziehung mit und zu einem Baby ausbauen und entwickeln kann, sondern mehr die Möglichkeit der ‘Vermehrung’ der ‘Gefühle’, die ich innerhalb der Mutterrolle generieren kann.

Ich verpflichte mich, mich nicht mehr selbst zu verurteilen, weil ich nicht ‘glücklich’ und ‘bewußt’ genug als junge Mutter war. Dieser Vorwurf ist einfach absurd, sich ‘schlecht’ zu fühlen, weil man sich nicht ‘gut’ genug gefühlt hat.

Ich verpflichte mich, das ‘Bedauern’ in Bezug auf die erste Zeit mit meiner Tochter loszulassen. Ich realisiere, dass es ein automatisiertes ‘Bedauern’ ist, das ich generell auf Vergangenes projeziere, dass die Zeit zu schnell/gnadenlos vergeht, und ich hätte ‘glücklicher’ sein können. Das ist Gehirnwäsche pur – nach dem Motto ‘Egal, wie dein Leben wirklich ist, fühle dich gut und alles ist gut! Fühle dich ‘besser’ – ungeachtet der tatsächlichen Realität – Ignoriere sie einfach – und alles wird ‘Besser’!

Ich realisiere, dass ich nicht in die Vergangenheit reisen kann, um die Anfangszeit mit meiner Tochter noch einmal zu erleben, und die Fehler, die ich gemacht haben sollte, vorzubeuegen bzw. wiedergut zu machen. Was vorbei ist, ist vorbei. Ich kann mich aber heute ändern, und aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, so dass ich praktisch sicher stelle, dass ich Fehler nicht unnötig wiederhole. Das Schwelgen in Vergangenem ist kein Änderungs-Prozess, auch das ‘Bedauern’ ändert gar nichts. Genauso wie die ‘positiven Gefühle’ des ‘Mutterglücks’ keinen praktischen Wert haben, haben auch die Selbst-Urteile und Verurteilungen oder das Bedauern als ‘negative Emotionen’ keinen praktischen Wert, sie sind bloße ‘energetische Erfahrungen’, die wir in-und-als-Bewusstsein generieren – sie sind keine Realen, Physischen Tatsachen.

 



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