Tag 332 – Das Bewusstsein verdirbt die Wirklichkeit

22. Januar 2014
http://www.deviantart.com/art/Luna-60425908

http://www.deviantart.com/art/Luna-60425908

In meinem Kopf male ich mir viele Sachen aus. Zur Zeit zum Beispiel wie toll es wäre bestimmte Kenntnisse in meinem Berufsfeld zu haben, dieses zu wissen und jenes zu können. Wenn es aber ans Eingemachte geht, die praktische Umsetzung meiner ‘Träume’ – streikt mein Bewusstsein und ich bekomme keine Lust. Das Bewusstsein arbeitet mit Gefühlen und Emotionen, ohne die echte Realität zu berücksichtigen oder zu kennen. Ich bin in der Lage mir ein Ergebnis ohne Inhalt vorzustellen – eine Fatamorgana. Ich sehe mich triumphierend am Ende eines Weges stehen, geradezu allwissend, und doch ohne einen ‘real’-istischen, praktikablen, konkreten Plan, wie ich dahin kommen kann. Was vorallem abstrus ist, ist dass wenn ich mir über die nötigen physischen Schritte gewahr werde, erscheint mir mein Vorhaben oft als ‘zu viel’ oder ‘unmöglich’ zu erreichen und mein ‘Ziel’ im Kopf rückt in die weite Ferne, meine Motivation sinkt auf Null. Und ich fange erst gar nicht an.

Das Bewusstsein verdirbt mir die Wirklichkeit. Es gauckelt mir eine ‘Realität’ vor, die nichts mit der Wirklichkeit gemeint hat. Man kann diese Bilder und Vorstellungen im Kopf mit den Personen auf den Titelblättern der Magazine vergleichen, die allesamt mit Photoshop bearbeitet worden sind, sie sind manipuliert und entfremdet, alle Makel beseitigt. Jemanden ‘perfekt’ zu photoshoppen dauert wenns hochkommt Stunden, im ‘echten’ Leben wären viele der Schritte ziemlich aufwendig: eine wochenlange Diät, viel Sport und einige plastische OP’s, und einiges wäre gar unmöglich umzusetzten. Und trotzdem halte ich an meinen ‘Träumen’ fest und lasse mich von ihnen ‘leiten’, weil ich irgendwo in den Tiefen meiner Selbst glaube, dass ich ohne solche ‘Bilder’ und ‘Vorstellungen’ in meinem Kopf, keine Motiviation für egal was aufbringen könnte. Obwohl, wie so oft – gerade diese ‘Bilder’ und ‘Vorstellungen’ einen unrealistischen, nicht umsetzbaren Maßstab vorraussetzen, und mich eher zum ‘Aufgeben’ motivieren, als anders rum.

Auch entfällt es unserer Aufmerksamkeit, dass die Erschaffung und die Aufrechterhaltung der ‘Bilder’ und ‘Vorstellungen’ im Kopf nicht ‘preislos’ daherkommt. Das Bewusstsein gauckelt uns ‘Mühelosigkeit’ und ‘Abkürzungen’ vor, um die eigenen ‘Arbeits- und Funktionsweisen’ zu kaschieren. Sich etwas vorzustellen, scheint uns das einfachste der Welt zu sein, aber nur weil wir überhaupt keine Ahnung haben, wie die ‘Bilder’ und ‘Vorstellungen’ in uns entstehen. Das Physische wird dabei wörtlich ausgebeutet. Die benötigte Energie wird vom Physischen Körper bereitgestellt. Diese ‘Arbeit’, ohne die es nicht funktionieren würde, bleibt uns als Bewusstsein verborgen, genauso wie alle physischen Schritte, die nötig sind, egal welches Vorhaben man umsetzen möchte. Die Physische Dimension bleibt gekonnt ignoriert – immer – obwohl es doch die einzige Dimension ist, die real ist und in der ich meine Vorhaben tatsächlich manifestieren kann. Und so sollte es auch die einzige Dimension sein, die man in seine Betrachtungen und Pläne einbezieht, alles andere ist einfach nur Illusion.

 



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