Tag 326 – Sich um etwas ‘kümmern’ – Teil 1

9. Januar 2014

 

http://www.deviantart.com/art/Handle-with-care-65632875

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Heute morgen kam Cerise auf mich zu, sie hatte ein verletztes Kücken in ihr Shirt gewickelt. Sie sprach beruhigende Worte zum Kücken. Ich schaute die beiden an, und schaute auch in-mich hinein, denn die scheinbare ‘Besorgtheit’, die Cerise dem Kücken entgegenbrachte, war mit ‘fremd’. Ein Back-Chat tauchte in mir auf, dass ich ‘nichts’ fühle, wenn ich das verletzte Kücken anschaue, ist es mir deshalb egal? Auch ein Gedanke, dass ich ein ‘schlechter’ Mensch bin, kam auf.

Einige Zeit später habe ich mir die Situation noch einmal vor Augen geführt. Als ich mich in meiner Reaktion auf Cerise mit dem verletzen Kücken verlangsamt habe, habe ich eine Verbindung in meiner Vergangenheit gesehen. Als Kleinkind bin ich nach dem Kindergarten zu meiner Mutter in die Arbeit gekommen. Sie arbeitete in einem Krankenhaus. Ich fand kranke irgendwie beängstigend und wollte ihnen nicht näher kommen, habe einen Widerstand gefühlt.

Ich verkörpere heute dieses Muster, wenn ich einen ‘Kranken’ oder ‘Leidenden’ vor mir habe, empfinde ich selten ‘Mitleid’. Eigentlich will ich es einfach aus den Augen haben, will es nicht sehen, ich fühle mich auch belästigt. Auf der anderen Seite verurteile ich mich dann als ‘schlechter Mensch’, jemand der ‘eiskalt’ ist und denke, dass etwas mit mir nicht stimmen kann.

Diese Reaktion kommt aber nicht grundsätzlich auf. Es gibt einige Momente, Trigger, die sehr wohl ‘Wut’ oder ‘Mitleid’ in mir aktivieren können, zum Beispiel wenn ich einen Punkt der ‘Ungerechtigkeit’ glaube zu sehen. Je mehr ich der Meinung bin, dass jemand ‘selbst schuld’ ist, desto weniger ‘Mitleid’ empfinde ich. Aber auch, wenn mir etwas oder jemand wichtig ist, wenn ich eine ‘positive’ Beziehung zu etwas oder jemandem aufgebaut habe, habe ich eine Reaktion, die eine ‘Motivation’ zu handeln in-mir erzeugt.

Was ich in diesem Schreiben angehen möchte sind folgende Punkte:

  1. meine Bereitschaft und die Akazeptanz mich von Gefühlen und Emotionen leiten zu lassen
  2. ‚Mitleid‘ als ‚positive‘ und das ‚Egalsein‘ als ’negative‘ Verurteilung/Bewertung
  3. eine ‚positive Beziehung‘ als ein Trigger für eine ‚Mitleid‘-Reaktion
  4. ‚keine Beziehung‘ als ein Trigger für scheinbar ‚keine Reaktion‘, bzw. eine Erfahrung des ‚Ablehnens‘ /’Widerstandes‘
  5. Die Aufarbeitung meiner Kindheits-Erinnerung, das Loslassen dieser Konditionierung

Ich werde in kommenden Blogs, jeweils einen dieser Punkte angehen, und den Prozess der Selbst-Vergebung anwenden, und auch Korrektur-Leitsätze für mich ausformulieren.

Anschließend werde ich mir die Schlüsselwörter dieser Erfahrung anschauen, wie zum Beispiel ‚Mitleid‘ oder ‚Besorgtheit‘ bzw. ‚Sorge‘, oder ’sich um etwas ‚kümmern‘. Wie ich diese Worte ausgelebt und generell verkörpert habe und wie ich mich innerhalb dieser Wörter verändern und sie als mich Selbst neu ausrichten kann.

 



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