Tag 308 – Die Schöpfung eines Verlust-Traumas

23. November 2013
http://www.deviantart.com/art/Loss-342403790

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Dieser Blog ist eine direkte Fortsetzung des Tages 306 – Die Konsequenz der Eifersucht

Heute möchte ich mir die Frage(n) stellen: Warum akzeptiere und erlaube ich mir überhaupt – eine Instanz der Eifersucht zu ‘verkörpern’? Welches ‘Ziel’ verfolge ich damit? Was glaube ich mit ‘Eifersuch’ erreichen zu wollen? Was ist das ‘versteckte’ Verlangen/Begehren dahinter? Warum mache ich es?

Ich meine, letzenendes sind es die Fragen die bleiben. Und diese Fragen werden mich auch direkt zur ‘Antwort’ führen. Damit kann ich gewissermaßen den Kreis schließen.

Eigentlich möchte ich zum Ausdruck bringen, wie sehr ich jemanden mag. Eigentlich möchte ich ‘Ich liebe Dich’ sagen. Doch wie selbst-ehrlich ist eine solche Aussage überhaupt, wenn der Trigger-Punkt eine Situation ist, in der ich glaube den Partner/Potenziellen Partner ‘zu verlieren’ oder ihn/sie nicht ‘kontrollieren’ zu können? Ich sehe somit, dass ich – wenn ich die Eifersuchts-Erfahrung stoppen will – ich auch meine Definition von ‘Liebe’ betrachten muss und darin auch meine Schöpfungs-Weise dieser spezifischen Beziehung.

Eine ‘Liebe’ die ‘Eifer-Sucht’ als Ausdrucks-Weg nutzt, ist doch nichts anderes als ‘Kontroll-Sucht’. Und will ich wirklich ‘Kontroll-Sucht’ als die Grundlage meiner Beziehung haben? Und warum habe ich die ‘Kontroll-Sucht’ als die Grundlage einer Beziehung überhaupt genutzt und begründet? Denn ich wünsche mir eher eine Beziehung die auf Selbst-Ehrlichkeit basiert – auf Teilen und nicht auf Kontrollieren.

Aus dieser spezifischen Perspektive heraus ist ‘Eifersucht’ ein ‘Zu-Spät-Punkt’, der offenbart, dass ich es ‘verpasst’ habe zum füheren Zeitpunkt dafür zu sorgen, dass ein klares Abkommen/Absprache innerhalb der Beziehung existiert. Es offenbart meine Unfähigkeit die Beziehung zu steuern. Zwischen ‘Steuern’ und ‘Kontrollieren’ gibt es einen gewaltigen Unterschied. Das ‘Steuern’ ist eine Selbst-Anwendung, es ist die Art und Weise wie ich mit meinen Mitmenschen und Situationen umgehe – direkt, lebendig und augenblicklich. Das ‘Kontrollieren’ ist immer auch ein ‘Hinterher-Sein’, es ist viel mehr der Versuch ‘Outflows’/Ergebnisse im Nachhinein zu ‘manipulieren’.

Dies führt mich zu der nächsten Frage: Warum erlebe ich diesen ‘Zu-Spät-Punkt’, wenn es um ‘Liebe’ geht? Wenn ich mir meine Erste Eifersuchts-Erfahrung anschaue, den spezifischen Zeitpunkt. Es war der Sommer vor meiner Einschulung, es war aber auch die Zeit der Scheidung meiner Eltern. In meinem Leben fand eine große Veränderung statt. Von einem auf den anderen Tag ‘verschwand’ mein Vater aus meinem Leben. Ich meine, ich habe ihn später immer noch regelmäßig gesehen, und doch war nichts mehr wie früher. Ich habe keine konkreten emotionalen Erinnerungen an dieses Ereignis. Es ist nicht so, dass ich mir ‘bewußt’ darüber Gedanken gemacht habe, an die ich mich heute erinnern kann. Und doch offenbaren meine späteren Verhaltensmuster eine ‘Beeinträchtigung’, denn von da an habe ich angefangen, die ‘Angst’ jemanden zu ‘verlieren’ auszuleben. Meine Teilnahme, meine Applikation in Bezug auf Beziehungen, die mir ‘besonders wichtig’ waren, hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Dieses Beispiel zeigt wunderbar, dass ALLES was wir sind tatsächlich HIER ist, auch wenn keine konkrete Erinnerung besteht. Die Weise, wie ich mich auslebe und ausdrücke, beinhaltet einfach ALLES. Ich kann aus dem was HIER ist, alles herleiten.

Folglich ist es so, dass ich als ein 6-jähriges Mädchen ein ‘Trauma’ erschaffen habe. Ich habe meinen ‘Vater’ verloren. Ich habe um diese Erfahrung herum, mein ganzes Selbst-Verständnis verändert. Dies erklärt einige Punkte in meinem heutigen Leben, die ich als Praktisch ‘selbst-verständlich’ annehme. Dazu gehören immer wieder auftauchende Interne Selbstgespräche, Imaginationen, Emotionale Zustände, die fast schon Selbst-Definitionen sind, wie zum Beispiel die Aussage ‘dass ich ‘Liebe’ nicht als ‘Glück’ empfinde’ – wann immer ich festgestellt habe, dass ich ‘verliebt’ bin, war es ein ‘schockierender Augenblick’, es war immer ein : “Oh nein! Bitte nicht schon wieder! Ich will nicht verliebt sein!” Oder dass ich in meinen Beziehungen diese zirkulierenden Imaginationen habe und mir immer wieder vorstelle, dass ‘Schluss’ ist. Ich spiele immer wieder mit dem ‘Gedanken’, wie es wäre wenn ‘Schluss’ ist. Ich stelle mir alle möglichen ‘Ausgänge’ vor. Dabei generiere ich immer wieder diese ‘Emotion’ des ‘Verlustes’ – eine unendliche Trauer – ich bade geradezu darin.

Ich habe vor einigen Tagen wieder diesen Zustand gehabt. Ich möchte in meinem nächsten Blog diese Erfahrung in aller Ausführlichkeit ausschreiben und dann mit dieser Reise der Selbst-Entdeckung fortfahren…



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