Tag 290 – Er will mich nicht – Paranoia

10. Oktober 2013
http://www.deviantart.com/art/Unrequited-26053516

http://www.deviantart.com/art/Unrequited-26053516

Ich habe es geschafft eine Paranoia zu kreieren, die sich tief festgesetzt hat und praktisch zu einem Glauben, einer Selbst-Definition geworden ist: nämlich, dass die Jungs/Männer, die ich will, mich nicht wollen. Und umgekehrt, dass die Jungs/Männer, die an mir Interesse haben, diejenigen sind für die ich mich überhaupt nicht interessiere. Da fällt mir spontan das Wort ‘Fluch’ ein. Ich bin ‘verflucht’. Deshalb war mein Ex der ‘Stern’ am Himmel und göttliche Fügung, er war der erste Mann, in den ich mich über beide Ohren verliebt habe und der meine Liebe genauso erwidert hat. Es war bombastisch. Wir waren für einander bestimmt. Wenn ich mir diese Punkte aus der Prozess-Perspektive betrachte, ist es erschreckend, wie einfach es ist ein Menschliches Bewusstsein zu ‘steuern’, einbißchen ‘Emotion’ hier, einwenig ‘Gefühl’ hier, eine Ablehnung hier und eine hier, eine präzise plazierte synchronierte ‘Liebe’ hier und schwups ist ein ‘Menschenleben’ programmiert. Und meine Güte! Wir wissen davon! Wir haben ganze Religionen daraus kreiert, dass unser Leben ‘vorbestimmt’ ist, und dass es irgendwo da draussen unseren ‘Seelenverwandten’ gibt. Jährlich werden Millionen Gelder umgesetzt, weil wir von Hellsehern und Wahrsagern einwenig mehr und früher von unserer Zukunft erfahren möchten. Ich muss mir diesen Punkt genauer betrachten, weil ich feststelle, dass ich heute genau den gleichen ‘Fehler’ mache. Ich muss diesen Glauben, diese Selbst-Definition auslöschen, wenn ich die nächste Spiralen-Wendung vorbeugen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es ‘Liebe’ als ‘Gefühl’ bedarf, um eine Beziehung mit einem Menschen zu haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass ich KEINE Macht darüber habe, dass ich auf ‘Liebe’ warten muss, dass sie ‘auftaucht’ und ebenso dass sie in einem potenziellen Partner ‘auftaucht’ und dass es ein göttliches Zeichen ist, wenn dieses ‘Gefühl’ synchron ist, dh. wenn beide Partner zu gleichen Zeit dasselbe ‘fühlen’.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe daraus eine Persönlichkeit zu kreieren, dass ich KEINE Macht darüber habe, dass ich ‘machtlos’ bin, und darin mich als ein ‘Opfer’ der ‘Liebe’ zu sehen, wo mir einfach die Position des Wartens bleibt und die Verzweiflung, dass ich die Person, die ich liebe, nicht dazu bringen kann, mich ebenso zu lieben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mein Leben auf einem ‘Gefühl’ zu basieren, für dessen Entstehung ich glaube nicht verantwortlich zu sein, ohne zu sehen, erkennen und verstehen, dass meine Verantwortung genau darin begründet ist, dass ich diesen Vorgang in-mir und als-mich akzeptiere und erlaube.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht die Lösung gesehen, erkannt und verstanden zu haben, dass ich mich NICHT innerhalb dieser Position selbst-definieren muss, ich hätte ‘Liebe’ einfach ‘verwerfen’ können, als eine nicht ‘funktionierende’ Weise mich selbst auszuleben und selbst-bestimmend mein Leben zu leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe niemals die Position des ‘Opfers’ zu hinterfragen, ist es wirklich so, dass ich ohne ‘Liebe’ keine Beziehung kreieren kann? Ist ‘Liebe’ wirklich eine ‘unumstößliche’ Zutat einer Beziehung? Ist es wirklich so, dass die Qualität einer Beziehung alleine vom ‘Gefühl’ der ‘Liebe’ abhängt, oder gibt es andere Zutaten, für die ich sehr wohl selbst-verantwortlich bin, wie Kommunikation, Austausch, Unterstützung? Ist es möglich sich für eine Beziehung selbst-bestimmt zu entscheiden?

Ich realisiere, dass ich heute auf der Resonanten Ebene diese ‘Paranoia’ ausstrahle. Im Grunde tue ich nichts anderes als immer noch einen ‘Seelenverwandten’ zu suchen. Auf einer mir völlig unbewussten Ebene, schaue ich innerhalb welcher Person dieses ‘Gefühl’ der ‘Liebe’ auftauchen könnte, und ob ich das ‘Glück’ hätte, dass  innerhalb der anderen Person dasselbe stattfindet.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe innerhalb meiner Erinnerungen/vergangenen Erfahrungen eine Emotionale Schicht zu kreieren, eine Angst-Schicht, die mich fortan immer begleitet — Die ANGST, dass der Junge/Mann für den ich ‘Liebe’ empfinde, KEIN solches ‘Gefühl’ für mich hat.

Ich realisiere, dass mein Anfangspunkt bei einer Begegnung / dem Anleiern einer Beziehung immer diese ANGST ist, die resonant mitschwingt — ALARM ALARM ALARM — ‘Ich weiß schon bereits, dass du mich nicht lieben kannst, weil ich dich liebe, das schließt bereits die Möglichkeit aus, dass Du mich jemals lieben könntest’.

Genauso schwingt diese Resonanz mit, wenn ich merke, dass ein Junge/Mann interesse an mir hat, ich aktiviere unmittelbar diese Persönlichkeit und fühle mich automatisiert ‘abgestoßen’.

Durch meinen Prozess habe ich erkannt, dass Bewusstseins-Persönlichkeiten nur dann existieren und fortbestehen können, wenn sie regelmäßig ‘gefüttert’ werden. Was nichts anderes bedeutet, dass ich an ihnen teilhaben MUSS, dass ich sie innerhalb von zum Beispiel Internen Selbstgesprächen immer wieder thematisieren muss, dass ich innerhalb dieser Internen Selbstgespräche Gefühle und vorallem Emotionen generieren muss. Im nächsten Blog geht’s weiter…



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