Tag 283 – Stress | Lust und Motivation

17. September 2013

Im Laufe des Prozesses wird einem schnell klar: Energie besteht in ihrem Ursprung immer aus zwei Polaritäten. Die Schwingung zwischen dem Positiven und Negativen erzeugt die Illusion der Bewegung. Es ist deshalb eine Illusion weil real keine Entwicklung/Wachstum stattfindet, es ist lediglich eine unendliche Wiederholungschleife, die immer und immer und immer wieder ein gleiches Muster abläuft.

Will man Energie/Bewusstsein im Ursprung auflösen, muss man sich beide Seiten der Polarität vorknüpfen. Die Negative Seite von Stress mag da offensichtlich sein, doch was ist die Positive Seite von Stress? Die Positive Seite ist meistens die worauf es wirklich ankommt, denn diese Seite haben wir nicht umsonst als ‘positiv’ definiert, diese Punkte loszulassen, ‘fühlt’ sich oft wie ein ‘Verlust’ oder ‘Aufgeben’ an. Ich habe auch beobachtet, dass ich sie auf den ersten Blick gar nicht sehe, weil es ja scheinbar Punkte sind, die funktionieren, doch in Selbst-Ehrlichkeit betrachtet ist das kein ‘selbst-bestimmendes Bewegen’, sondern ein völliger Automatismus, dessen Reale Konsequenzen mit ständigen Rechtfertigungen weggedacht werden.

Diese scheinbar funktionierende positive Seite von Stress ist es, wenn ich Stress als meine Motivation gebrauche. Ein konkretes Beispiel. Ich habe vor Wochen im Internet etwas bestellt. Ich habe einige Sachen behalten, einige Sachen wollte ich zurückschicken. Die Rücksendung lag Wochen in der Ecke meines Zimmers. Ich fand jeden Tag Ausreden und hatte keine besondere Lust zu Post zu gehen. Als die Mahnung kam, war das wie ein Weckruf, ganz schnell brachte ich das Paket zur Post. Ich habe also eine Pflicht schleifen lassen, bis zu dem Punkt von Konsequenzen und mich dann schliesslich Angst und Stress motiviert haben. Ein anderer Punkt ist es, wenn wir von Begehren motiviert werden und in unserem emsigen Tun eine Erfüllung/Befriedigung unserer Begehren erfahren, dann heißt Stress nicht mehr Stress sondern Eustress. Doch akzeptieren und erlauben wir, dass Angst uns motiviert, auch wenn wir es uns selber schöngemalt haben und wir uns unserer wahren Motive nicht mehr gewahr sind bzw. sein wollen. Denn untersucht man Begehren auf seinen Ursprung wird man entdecken, dass Begehren die Kehrseite von Angst ist — die ‘schöner-gedachte’ ‘positive’ Seite der Angst sozusagen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nur die negative Seite von Stress loswerden zu wollen und weiterhin an der positiven Seite festzuhalten, ohne zu realisieren, dass die positive Seite, also meine ‘positive’ Auslegung eine Schönmalerei ist, und beide Polaritäten im Ursprung gleich sind — Angst und Stress.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es ausreicht, nur die negative Seite zu verarbeiten, sie mir selbst zu vergeben, um die Stress-Erfahrung als mich Selbst kontrollieren zu können – also sie auf der positiven Seite weiterhin gebrauchen zu können – welche Illusion!

Ich vergebe mir sebst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass meine Selbst-Anwendung praktisch gänzlich alleine durch/von Angst motiviert ist, und solange ich dies akzeptiere und erlaube, egal auf welcher Ebene, mag sie positiv oder negativ sein – hat nun Angst die Kontrolle über mich, und ich NICHT einfach so bestimmen kann, wann und wie Angst mich motiviert, bzw. in bestimmten Fällen sogar als die Stress-Erfahrung überwältigt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass wenn ich ein ‘Gefühl’ als Energie erlaube und akzeptiere mich zu bewegen – Lust oder Motivation – ich damit meine Abhängigkeit von Energie erschaffe, gleichzeitig die ‘negative’ wie die ‘positive’ – und sich dies im Negativen dadurch äußert, dass mich in manchen Situationen die Angst völlig überwältigt und ich dann ‘unfreiwilliger’ Weise Stress erlebe – wobei ich nicht sehe, erkenne und verstehe, dass ich ebenfalls in keinster Weise das Gefühl ‘Lust’/Begehren/Motiviertheit selbst-bestimmend kontrollieren kann, auch diesem Gefühl bin ich in Wahrheit ‘unfreiwilliger’ Weise ausgeliefert, wenn ich mich dann tatsächlich mit dem Gefühl identifiziere, es verkörpere und auslebe.

Ich verpflichte mich, ebenfalls die Kehrseite von Stress/Angst als Motivation/Begehren/Lust anzugehen und es nicht aus meinem Prozess auszuschliessen – Ich entscheide mich, nicht mehr auf ein Gefühl der Lust zu warten, sondern mich selbst-bestimmend zu bewegen, um Tätigkeiten/Aufgaben/Jobs im Physischen zu erledigen.

Ich realisiere, dass ich Stress als Angst nur dann im vollen Umfang loslassen und auflösen kann, wenn ich mich in beiden Polaritäten der Energie selbst korrigiere und neu ausrichte.



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