Tag 282 – Kann man mit Krieg in Syrien eine Demokratie aufbauen?

16. September 2013

http://totallycoolpix.com/2012/02/the-killing-fields-of-syria/

Ich habe mir am Donnerstag Abend vergangene Woche eine Debatte – zum Thema Syrien im ZDF angeschaut, in der Kriegsbefürworter und -Gegner ihre Argumente präsentiert haben. Die allgemeine Überschrift lautete: “Haben wir die moralische Pflicht in Syrien militärisch einzugreifen?”

Für meine Begriffe wurden zwei wesentliche Argumente überhaupt nicht erwähnt. Erstens der Punkt des Geldes. Wirtschaftlich-Finanzielle Aspekte von Kriegen, werden in Massen-Medien so gut wie nie besprochen. Und zweitens, die Betrachtung der möglichen Konsequenzen eines Militärischen Angriffs – die kurzfristigen wie langfristigen Folgen einer solchen Maßnahme, und ob diese zum erwünschten Ziel überhaupt führen kann.

Meine Frage würde lauten: Ist Krieg das geeignete Mittel um Demokratie aufzubauen? Eine Demokratie, sogar eine parlamentarische begründet doch darauf, dass sich die Vertreter des Volkes auf jener Politischen Plattform treffen, um gemeinsam Lösungen und Richtlinien für die Politik des jeweiligen Landes zu erarbeiten, zu entscheiden und umzusetzen. Krieg als Mittel – mit Gewalt seinen ‘Gegener’ einfach ‘auszuschalten’ – ist doch von vorne herein völlig ungeeignet in einem Land das Demokratische System zu etablieren. In einer Demokratie gilt vor allen eins — viele Meinungen und Argumente kommen zusammen, doch die Mehrheit entscheidet, und ALLE halten sich an diese Entscheidung – bis zur nächsten Wahl eben. Mündige und informierte Bürger entstehen nicht durch Krieg, sondern durch Bildung. Wo kämen wir hin, wenn nach einer verlorenen Wahl, enttäuschte SPD-Wähler zu Waffen greifen würden? Syrien mag keine sogenannte ‘lupenreine’ Demokratie sein, und doch – hätten wir ein echtes Interesse daran, tatsächlich ‘Demokratie’ in Syrien aufzubauen, würden wir auf legitime, rechtstaatliche, gewaltfreie Weise versuchen, die Opposition zu stärken – durch Bildungs- und echte  Hilfsmittel und nicht durch Waffen. Wir wären somit ein echtes Beispiel und würden selbst das Leben, was wir ‘predigen’.

Die Konsequenz von durch Gewalt zum Sturz gebrachten Regime, sehen wir zum Beispiel in Ägypten. Ein gewählter (!) Präsident wurde nach kurzer Zeit wieder Gewalt-sam gestürzt. Heute regiert das Militär das Land, und Demokratisch kann man es beim besten Willen nicht nennen. Das Land findet keine Ruhe und keinen Frieden. Die Kämpfe gehen weiter. Eine Politsche Kultur des Friedlichen Zusammenkommens und des gemeinsamen Ausarbeitens von realen Lösungen, ist einfach nicht mit Krieg zu realisieren. Krieg ist KEINE Lösung. Mit der Beteiligung an Militärischen Einsätzen im Nahen Osten, erschaffen wir als der Westen lediglich eine Hydra, das Ungeheuer aus der griechischen Mythologie, dem für jeden abgeschlagenen Kopf zwei weitere nachwachsen.

Wenn wir als der Westen, vor allem als Deutschland eine Moralische Verantwortung haben – kann es nur eine sein – Den Frieden durch Vor-Leben als Beispiel nach vorne zu tragen und Verhandlungen als die einzig legitime Umgangsweise mit Politischen Gegnern zu vertreten.



Post a new comment

Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.