Tag 279 – Die Sehnsucht nach Umarmung

7. September 2013

http://www.deviantart.com/art/Embrace-91901458

Heute möchte ich mir ein Internes Selbstgespräch vorknüpfen. Immer wieder taucht in mir die Sehnsucht nach Körper-Nähe auf. Ich habe die Worte ‘Sehnsucht nach Umarmung’ im Google eingetippt und eine Seite gefunden, in der ein Buch mit dem Titel “Die Umarmung’ vorgestellt wird. Da entdeckte ich die interessante Aussage: “Es gibt zahlreiche Untersuchungen über die Einsamkeit von Menschen. Und immer wieder sagen Menschen, sie wollten „einfach mal in den Arm genommen werden“. Kein Kuss, kein Sex, auch keine Respektsbezeugung – eine schlichte Umarmung verspricht den Menschen den tiefsten Trost in existenzieller Unbehaustheit.” Und dies schätzen wir an Schriftstellern – die treffende Ausformulierung der ‘mentalen Prozesse’, die in jedem von uns vorgehen und für die uns selbst oft bzw. manchmal die Worte fehlen. Dabei fiel mir besonders das Wort ‘Unbehaustheit’ auf. Ich kannte das Wort bis dahin nicht. Es bedeutet Unsicherheit oder Wurzellosigkeit. Dieses Wort trifft aber viel genauer den Ursprung dieser Sehnsucht: auf einer existenziellen Ebene ‘behausen’ wir NICHT das Selbst. Trost finden wir in den Armen der ‘Anderen’. Ich habe bereits in einigen Blogs für mich herausgeschrieben, wie wir uns innerhalb von unserem Bewusstsein separieren und die ‘Anderen’ als eine illusorische Spiegelung erschaffen, und so machen wir uns auf die Suche nach einem scheinbar ‘verlorenem’ Teil und glauben uns Selbst in den ‘Anderen’ zu finden – wir erfahren ‘Erfüllung’.

Ich möchte diese Unendliche Reise beenden, denn schließlich bin ich GANZ HIER. Ich habe erkannt, dass wenn ich die Illusion der Separation stoppe, ich diese Sehnsucht ALS mich SELBST stoppen kann, weil ich ‘Erfüllung’ ALS mich SELBST er-LEBEN kann.

Wie das Wort ‘Trost’ schon sagt, das ‘Problem’ selbst wird nicht korrigiert. Wir ‘vertrösten’ uns, wir schieben die Lösung auf. ‘Trost’ ist somit eine ziemlich fiese Selbst-Verarsche. NICHTS ändert sich. WIR ändern uns NICHT. Eigentlich findet auch keine echte Erfüllung statt, es ist ein Energetisches Erlebnis innerhalb und als Bewusstsein, das wir ‘positv’ definiert haben — ein Mentaler Fick — sonst nichts. Deshlab ‘reicht’ auch eine Umarmung nicht aus, um die Sehnsucht ein für alle Mal zu beenden. Immer wieder brauchen wir die ‘nächste Dosis’ des Medikaments. Erstaunlich der Vergleich, wenn man bedenkt, dass die meisten heutigen Medikamente nicht HEILEN, sie ‘vertrösten’, sie minimieren die Symptome. Sie sind gar nicht so konzipiert, dass sie ‘heilen’, denn dann würde die Gesundheits-Industrie zusammenbrechen. Würden wir diese ‘Unbehaustheit’ als uns SELBST HEILEN, würde das Bewusstseins-System zusammenbrechen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe am Internen Selbstgespräch ‘Ich brauche mehr Körpernähe/mehr Umarmungen’ teilzunehmen und mich innerhalb dieses Internen Selbstgespräches selbst zu definieren und es zu verkörpern, so dass ich angefangen habe es zu rechtfertigen und aufgehört habe den Ursprung als mich Selbst zu hinterfragen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe dieses Interne Selbstgespräch für ‘REAL’ zu halten, und hier passiert eine faszinierende Sache: das Bewusstsein selbst ist die Manifestation unserer Separation von uns Selbst und sobald wir Bewusstseins-Prozesse für REAL halten, akzeptieren und erlauben wir die Illusion und fangen an sie zu rechtfertigen – wir suchen widerrum im Externen/der Spiegelung nach ‘Bestätigung’ – deshalb vergebe ich mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe angefangen zu haben an der Beziehung zu meinem Partner zu zweifeln – ich habe dies soweit ausgeführt, dass ich NICHT innerhalb von mir den ‘Fehler’/das ‘Problem’ gesehen habe, sondern in meinem Partner. Ich habe weitere Interne Selbstgespräche erschaffen, in denen ich meinen Partner beschuldigt habe, mich nicht oft genug zu umarmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meinen Partner zu beschuldigen, dass er mich nicht genug umarmt, dabei habe ich vor nicht alzu langer Zeit ein Selbst-Kommitment getroffen, mich Selbst jeden Tag zu umarmen als ich über die Angst vor Berührungen geschrieben habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich Selbst zu vernachlässigen, mich Selbst nicht zu ‘behausen’ und so ein ‘Externes Begehren’ nach Berührung und Körper-Kontakt zu erschaffen, ohne zu realisieren, dass ich nur jenes manifestiere, was ich innerhalb von mir Selbst zulasse und erlaube, also dass ich die Manifestation meiner eigenen ‘Mängel’ bin und wenn dann tatsächlich ein ‘Mangel’ ‘erscheint’ — NIEMALS jemand ‘Anderes’ dafür verantwortlich sein kann, sondern immer nur ich Selbst — und hier sehe und erkenne ich die LÖSUNG: Wenn ich aufhöre mich im und als Bewusstsein zu definieren, und stattdessen direkt, unmittelbar, ‘ungespiegelt’ meinen Körper ALS mich Selbst ‘behause’ — er-lebe ich die ‘Erfüllung’. So einfach ist das.

Das Bewusstsein ist wahrhaftig eine ziemlich einfältige Maschine. Wenn wir die Illusion der Realität vorziehen — wenn wir uns als Bewusstsein akzeptieren und es verkörpern  — taucht doch der Wunsch nach ‘Körpernähe’ ‘automatisch’ auf, es ist praktisch ‘vorprogrammiert’. Und doch sind wir nicht fähig das offensichtliche zu sehen, alle unsere Bewusstseins-Prozesse werden ‘selbstverständlich’ von der Einfachheit der HEILUNG ablenken und den Weg verstellen – wir begeben uns auf die Unendliche Suche nach uns Selbst — die deshlab unendlich ist, weil wie könnten wir uns Selbst in den ‘Anderen’ überhaupt finden? Reicht diese Energetische Erfahrung, die wir innerhalb einer kurzen Umarmung erfahren, denn wirklich aus? Wie lange hält dieser Zustand überhaupt an? 10 Sekunden? 2 Minuten? Eine Stunde? Der Preis erscheint mir doch ziemlich hoch, wenn ich doch IMMER HIER BIN — Ganz und Heil — und ich diese Einheit und Gleichheit als mich Selbst doch erst aufgeben, ignorieren und vernachlässigen MUSS, ein paar Bewusstseins-Prozesse starten MUSS, um dann eine ‘gespiegelte’ illusorische Erfahrung — praktisch eine schlechte Kopie davon als Energie erfahren will.

Deshalb verpflichte ich mich, mein Selbst-Kommitment zu verwirklichen und es mir nicht mehr zu erlauben, mich Selbst zu vernachlässigen, und sollten Gedanken in mir auftauchen, dass ich mich nach einer Umarmung sehe, nehme ich mich Selbst in Arm.

Ich realisiere, dass meine Gedanken-Prozesse praktisch bereits ein ‘zu spät’ sind, sie sind Konsequenzen und die Manifestation eines Mangels/Gedanken-Fehlers — deshalb verpflichte ich mich vorbeugend tatsächlich ein mal am Tag zu umarmen – weil ich es mir Wert bin – weil ich ALLE ‘Mängel’ und ‘Fehler’ als mich Selbst stoppen will.

Ich verpflichte mich, mir der Projektion auf die ‘Anderen’ früher gewahr zu werden, so dass wenn diese Formulierung in meinem Bewusstsein auftaucht, ich sofort im Schreiben die Details ausschreibe und feststelle welche ‘Mängel’, Fehler, Ängste und Begehren ich in Separation von mir Selbst zulasse und erlaube, damit ich mir diese Selbst-Limitationen selbst-vergeben und korrigieren kann.



1 comment

Post a new comment

Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.