Tag 269 – Kleine Geheimnisse, keine Rechenschaft

5. August 2013

http://www.deviantart.com/art/party-146347059

Ich habe eine Tendenz meinem Partner gegenüber zu verschweigen, wenn ich ohne ihn ausgegangen bin. In meinem Bewusstsein erschaffe ich ‘plausible’ Rechtfertigungen, dass es ‘unwichtig’ und nicht ‘nennenswert’ ist, weil ‘nichts besonderes’ vorgefallen ist. In vergangenen Beziehungen habe ich auf diese Weise ‘Doppelleben’ erschaffen und all die kleinen ‘unwichtigen’ und ‘nicht nennenswerten’ ‘Kleinigkeiten’ haben sich zu ‘realen’ Konsequenzen aufgetürmt. Ich habe mir dieses Muster in Bezug auf mein Ausgehverhalten näher angeschaut. Ich ‘mag’ es, wenn sich eine Ausgehgelegenheit ‘spontan’ ergibt, wenn die ‘Stimmung’, ‘Zeit’ und ‘Ort’ ‘zufällig’ ‘passen’. Als Kind hat mich mein Vater mitgenommen wenn er auf Partys ging. Meine Mutter kam nicht mit. Es war unsere ‘Spaßzeit’, unser Geheimnis. Ich realisiere heute, dass ich ein Verhaltensmuster kopiert, verinnerlicht und als mich selbst automatisiert habe, das ich heute gar nicht in allen Einzelheiten selbst-gewahr steuere — die Frage bleibt, was mache ich hier eigentlich? Was akzeptiere ich und was erlaube ich mir? Was sind meine echten Beweggründe? Warum verschweige ich Sachen? Was habe ich davon? Welche Konsequenzen erschaffe ich damit?

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe ein ‘spontenes’ Ausgehen als besonders ‘aufregend’ zu erleben, wenn sich alles scheinbar zufällig ergibt – weil ich mich darin frei fühle, und diese ‘Spontanität’ für mich auch eigentlich beinhaltet, dass ich keinem Rechenschaft schulde.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich das Gefühl der Freiheit mit dem Wort ‘Spontanität’ verknüpft habe, und ich glaube diese Freiheit verlieren zu können, wenn mein Partner was dagegen hätte, wenn ich ’spontan‘ ohne sie/ihn ausgehe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe Sachen zu verschweigen, von denen ich glaube, dass mein Partner sie nicht mag – mit der Ausrede und Rechtfertigung, dass ich so nicht lügen muss — ohne die Konsequenzen dieses Verhaltens zu sehen, dass ich nämlich genau DAS tue —  ich lüge, ich gebe vor jemand zu sein, der ich nicht bin, ich präsentiere ein ‘Schein-Ich’ aber nicht mich Selbst als Ganzes.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass wenn ich in meinem Bewusstsein mein Ausgehen als ‘unwichtig’ und ‘nicht nennenswert’ bezeichne, ich in Wahrheit das Gegenteil davon tue, dadurch dass ich es verschweige und ein Geheimnis daraus mache, mache ich es zum ‘Problem’ — denn warum verschweige ich etwas überhaupt, wenn ich nichts zu verstecken und verbergen habe und es tatsächlich ‘nicht nennenswert’ war/ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu sehen, verstehen und erkennen, dass diese Geheimniskrämerei in Wahrheit eine ‘Energie’ ist, und ich damit das Ausgehen erst als ‘aufregend’ empfinde — es ist der Reiz des Verbotenen den ich suche und die ‘Energie’ nach der ich süchtig bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe gegenüber meinem Partner ein Verhalten auszuleben, das ich so bei meinem Partner nicht zulassen und erlauben würde — Ich gebe nicht, wie ich selbst empfangen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, wie ich im-und-als Bewusstsein mir Ausreden und Rechtfertigungen ausdenke, um etwas zu ‘verschönern’/ es besser klingen zu lassen, wie zb. ‘dies sei nicht wichtig’ oder ‘nicht nennenswert’ — ohne zu realisieren, wie ich mir das schiere ‘LÜGEN’ als ‘Verschweigen’ schöngemalt habe.

Ich verpflichte mich dieses Verhaltensmuster des ‘Verschweigens’ als mich zu stoppen und aus spontanen Ausgehgelegenheiten keine Geheimnisse mehr zu machen — Ich realisiere, dass ich mit dieser ‘Offenlegung’ nicht nur so mit meinem Partner umgehe, wie ich es mir selbst von ihm wünsche, dass er/sie mit mir umgeht, ich unterbinde auch die ‘Aufregungs’-Energie, die ich daraus generiert habe.

Ich verpflichte mich, wenn sich eine ‘spontane’ Ausgehgelegenheit ergibt, in Selbst-Ehrlichkeit die Gründe meines Begehrens nach Ausgehen zu betrachten und die eingebettete Enegie-Sucht darin mit Selbst-Vergebung zu entlarven.

Ich verpflichte mich in meinem Ausgehverhalten ‘verantwortlich’ zu sein, dh. all die Momente mit Selbst-Vergebung für mich zu erschliessen und zu entlarven, wo ich versucht habe, mit der Ausrede und Rechtfertigung ‘frei zu sein’, meine Verantwortung zu mißachten und zu ignorieren — die Verantwortung mir gegenüber und meinem Partner als mich Selbst gegenüber. Ich realisiere, dass ein solches Verhalten konsequenter Weise eine Trennung/Separation zwischen zwei Partnern anhäuft, die sich früher oder später zum ‘sichtbaren’ Konfliktpunkt entwickelt und zum Ende einer Partnerschaft führt, weil keine Partnerschaft auf Dauer auf Lügen basieren kann.



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