Tag 256 – Viel um die Ohren

12. Juli 2013

http://browse.deviantart.com/art/Busy-204761847

Ich habe zur Zeit so viel um die Ohren, dass ich ohne Gewahrsein einen Schutzmechanismus gestartet habe, als einen Weg mit der Situation umzugehen. Mir ist aufgefallen, dass ich überhaupt nur wenige Reaktionen zulasse, was aber nicht bedeuetet dass sie nicht vorhanden sind. Ich stecke sie weg. Und die Frage ist, wie weiß ich, dass ich unterdrücke und verdränge anstatt mich mit Sachen/mir Selbst richtig zu beschäftigen und sie zu verarbeiten? Erstens habe ich mein Schreibmuster verlassen und zweitens habe ich an Back-Chats/Internen Selbstgesprächen teilgenommen, um mir die Lage zu erklären und zu analysieren. Es ist ein ganz bestimmtes Gedanken-Muster aufgetaucht: dass alles sich scheinbar ‚einrenkt‘ und ‚OK‘ wird, dass meine ‚Träume wahr werden‘, dass ‚alles den richtigen Lauf nimmt‘ u.ä.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe den Back-Chat/Internes Selbstgespräch ‚ich habe so viel um die Ohren‘ bereits nicht entlarvt zu haben und nicht damit gearbeitet zu haben, dass ich offensichtlich die Schrittgeschwindigkeit des Atmens verlassen und mich auf die Quantum Zeit des Bewusstseins eingelassen habe, wo ich mehr in Zukunftsprojektionen lebe, 1000 Sachen gleichzeitig scheinbar erleben kann, wo doch die Physische Realität Atemzug um Atemzug gelebt wird — ein Schritt nach dem anderen — eine Aufgabe nach der anderen.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich zugelassen und mir erlaubt habe Angst davor zu haben, dass ich ‚zu viel um die Ohren‘ haben könnte.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, wie ich zu der ’negativen‘ Angst ein ‚positives‘ Pendant aufgebaut habe, indem ich die Angst vor dem Versagen in die Vorstellung alles wird ‚gut‘ werden/ ist ‚gut‘ gewandelt habe, ohne zu sehen, erkennen und verstehen, dass wenn sich NICHTS in der Physischen Realität ändert, meine Einstellung aber schon, dies ein Zeichen dafür ist, dass ich an Illusionen festhalte und festhafte und sich bloß meine ‚Befindlichkeit‘ dazu geändert hat, die auf ‚Gefühlen‘ basiert und diese nicht real sein können, wenn sie jeglicher Physischer Grundlage entbehren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe meine Lage/mich Selbst innerhalb eines ‘Gefühls’ bestätigt haben zu wollen, auf die Art: dass ich glaube nicht zu wissen was läuft/wer ich bin, wenn ich kein ‘Gefühl’ meiner Lage/mir Selbst gegenüber definiert habe. Und so schwanke ich zwischen der Angst, es könnte zu viel sein/die Situation könnte mich überfordern, und einer Glückseligkeit, wo ich mich innerhalb eines ‘positven’ Gefühls beruhige und mir einrede ‘alles wird schon gut’ bzw. ‘du machst das toll’.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass jede Form von Selbst-Bewertung innerhalb und als das Bewusstsein eine Selbst-Limitation ist, weil ich die effektive Anwendung meiner Selbst als Leben in jedem Atemzug breche, um im-und-als Bewusstsein Energie zu generien, eine Meinung, ein Urteil, eine Spiegelung zu bilden — und nichts davon zu meiner Effektivität beitragen kann, und praktisch Ressourcen-Vergeudung ist.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es zugelassen und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass es letztendlich ein Aufbäumen meines Bewusstseins ist, in alte Verhaltensmuster zu verfallen um ja kein Vertrauen in das Gelebte Selbst zu etablieren.

Deshalb verpflichte ich mich, wann immer ein Back-Chat/Internes Selbstgespräch in-mir und als-mich auftaucht, dass ich viel um die Ohren habe, dass zu viele Aufgaben anstehen, mich sofort zu korrigieren und neu auszurichten, NICHT nach Gefühlen zu suchen und innerhalb meines Bewusstseins einen Anker der Selbst-Beruhigung zu suchen, sondern viel mehr auf meine Anwendung als das Gelebte Selbst zu vertrauen, und praktische Lösungen, wie zum Beispiel ToDo-Listen mit Prioritäten festzulegen.

Ich realisiere, dass das Gelebte Selbst überhaupt keine Bewertung bedarf, es ist selbst ehrlich, in Einheit und Gleichheit als alles Leben — es gibt ohnehin sehr, sehr viel zu tun — die Selbst-Korrekturen die notwendig sind, die Welt-Korrekturen die norwendig sind  — es ist eine Reise ins Leben und ich bin nicht alleine — Diese Welt ist eine Kosequenz und die Summe alles Lebens — ich bin fähig und werde meinen Anteil daran leisten und ‘mehr’ Effektivität als die Geschwindigkeit im-und-als Atem des Leben existiert nicht.

Deshalb verpflichte ich mich, mich jeden Abend daran zu erinnern, welche Stabilität mir mein Schreiben bringt und schenkt, und mehr auf dieser gelebten Stabilität aufzubauen und sie weiterzuentwickeln, als auf vergänglichen Gefühlen kurze illusorische ‘Verschaufpausen’ zu generieren.



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