Tag 253 – Spieglein, Spieglein an der Wand…

29. Juni 2013

 

http://browse.deviantart.com/art/broken-160510257

Ich habe in den letzten Monaten einiges an Gewicht verloren. Und damit auch eine gewisse Sicherheit innerhalb meines Selbst-Bildes. Ich beobachte, dass ich in letzter Zeit sehr ‚intensiv‘ mein Spiegelbild ’studiere‘. Ich lasse keine Gelegenheit aus, in der ich mich in einer spiegelnden Oberfläche betrachten kann. Dies stellt an sich nichts Neues dar. Wir betrachten uns ständig im Spiegel, doch stelle ich fest, dass ich geradezu ‚besessen‘ davon bin, in einer Weise herauszufinden – ‚Wer ich nun bin‘ – die ‚abgespeicherten‘ Bilder/Images stimmen nicht mehr mit der neuen ‚Erscheinung‘ überein. Ich habe ebenso festgestellt, dass ich auch deshalb derart damit beschäftigt bin – und mit beschäftigt meine ich, dass ich es irgendwie nicht ‚abschließen‘ kann, weil ich darin in einem Inneren Konflikt existiere, WEIL ich ein ‚Urteil‘ fällen will, es aber irgendwie nicht schaffe, ein ‚eindeutig‘ ‚positives‘ oder ’negatives‘ Urteil zu fällen. Es ist schon erstaunlich, wie die Arbeitsweise des Bewusstseins darin zum Vorschein kommt. Immer wieder betrachte ich mich von Außen, speichere neue Bilder/Images ab, häufe so weitere Information und Wissen an, aber vor allem geht es hier darum, wie ich diese neuen Bilder/Images mit dem vergleiche, was andere über mich gesagt haben, wie andere auf meine Gewichtsabnahme reagiert haben und immer noch reagieren. Und hier hat mein Innerer Konflikt auch seinen Ursprung. Es gibt zwei Arten von Externen Reaktionen. Positive und Negative. Und ich schwanke irgendwie dazwischen und kann mich nicht entscheiden, wie ich mich selbst sehen bzw. bewerten soll. Ich habe realisiert, dass ein Neues Selbst-Bild niemals so wirklich ‚NEU‘ ist, es basiert auf der Grundlage dessen, was ich bereits als Erinnerungen, Wissen und Information ‚angesammelt‘ habe. Und es ist nicht deshalb so, dass ich mich nicht für ein eindeutiges Urteil entscheiden kann, weil ich ’nur‘ von der Meinung der Anderen abhängig bin – das schon, aber eben nicht nur – sondern weil jede Äußere Reaktion auch eine Innere Reaktion in mir triggert, die zum Beispiel auf einer Erinnerung basiert, und all dies mir dann als Grundlage dient ein Neues Selbst-Bild in einem Bewusstseins-Prozess zu generieren.

Und dies macht das System auch so ‚erfolgreich‘, die multi-dimensionalen Verknüpfen, die Verschachtelungen in Form von Beziehungen, und so entsteht auch die Scheinbare Unüberwindbarkeit des Systems, weil es eben nicht ‚EIN‘ Punkt ist, sondern eine ganze ‚Kreation‘ an Beziehungen, die Punkt für Punkt abgeschritten und aufgelöst werden müssen.

Und wie immer in meinem Prozess stelle ich fest, wie Ängste und Begehren/Hoffungen mich steuern, das Bewusstsein-Duo, dass E(nergie)-Motionen am Laufen hält. Deshalb werde ich mit diesen Dimensionen beginnen und erforschen, was die Ängste innerhalb dieses Konfliktes sind, was die Begehren und Hoffnungen, um mich letztenendlich auf die Frage einzulassen, was ein Selbst-Bild innerhalb des Bewusstseins überhaupt ist, und wie ich mich darin wahrhaft selbst-korrigieren und neuausrichten kann.



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