Tag 249 – Paranoia (1) Einführung

17. Juni 2013


Eine meiner heftigsten Kindheitserinnerngen ist, als ich eines abends alleine zuhause ‚gelassen‘ wurde. Ich war ca. 6/7 Jahre alt. Ich werde in diesem Blog Nicht darüber schreiben, wie es dazu kam oder ob es ‚gut‘ oder ’schlecht‘ ist ein 6 bzw. 7 jähriges Kind alleine zuhause zu lassen. Ich werde mir die Emotionen, Gefühle und Interne Selbstgespräche anschauen, die in mir vorgegangen sind, und wie dieses Erlebnis später als eine Erinnerung und ein Trauma mir dabei ‚verhalf‘ eine Paranoia als mich Selbst zu kreieren. Dabei verstehe ich ‚Paranoia‘ als einen ‚Charakter‘ – eine imaginäne Vorstellung von mir Selbst, die ich innerhalb meines Bewusstseins entwickelt und vervollkommnet habe, sodass ich heute gar nicht mehr ‚weiß‘, Wie und Warum ich in bestimmten Situation auf eine völlig automatisierte Weise ‚reagiere‘ und handle und mir Nicht gewahr bin, dass Angst mein ‚Motivator‘ ist, bestimme Selbst-Definitionen als ‚gegeben‘ zu akzeptieren und zu erlauben, weil ich sie in komplexen Bewusstseins-Strukturen mit Rechtfertigungen ‚kaschiert‘ habe. Und auf diese Weise ‚verfange‘ ich mich heute in Emotionalen Ausbrüchen, begleitet von Internen Selbstgesprächen, ohne mir über den Ursprung dieser Energetischen Erfahrungen gewahr zu sein.

Als 6 bzw. 7 jähriges Kind, wollte ich nicht deshalb alleine gelassen werden, weil ich ‚Angst vor dem Alleinsein‘ hatte. Dieser Begriff war mir ein Fremdwort. Ich wollte ‚mitgenommen‘ werden, weil ich mir mehr ‚Spaß‘ und ‚Unterhaltung‘ mit den Anderen erhofft habe. Als dann alle Bitten nichts halfen und ich schließlich doch alleine zurückgelassen wurde, habe ich angefangen mir allerlei Gründe ‚auszudenken‘ warum es ‚ungerecht‘, ‚böse‘ und ‚falsch‘ war mich zuhause gelassen zu haben. Ich habe angefangen laut zu weinen, mit Absicht, ich wollte die Aufmerksamkeit der Welt auf mich lenken, um die große ‚Ungerechtigkeit‘ kund zu tun, die mir ‚angetan‘ wurde. Ich war ziemlich wütend am Anfang. Ich beschuldigte die Anderen eines ‚Vergehens‘ und langsam aber stetig steigerte ich mich in einen Zustand der Angst. Ich stellte mir vor, dass hinter jeder Ecke ein ‚Unsichtbares Monster‘ lauert. Irgendwann mal waren meine Kräfte erschöpft, was blieb waren die Grundlagen als Erinnerungen für diverse Ängste, die ich später in Charaktere umwandeln und weiterentwickeln konnte.

Viele dieser Ängste bin ich in meinem Prozess bereits durchgelaufen, wie zum Beispiel die Angst vor dem Dunkeln, die damals ihren Anfang fand. Im nächsten Blog möchte ich darauf eingehen, wie die Summe der Bewusstseins-Prozesse, und die Verkörperung dieser als ‚Charaktere‘ mich völlig ‚paranoid‘ gemacht haben. In Wikipedia wird ‚Paranoia‘ wie folgend beschrieben: im engeren Sinn die Bezeichnung für eine psychische Störung, in deren Mittelpunkt Wahnbildungen stehen. Und so kann ich sagen, dass ich unter bestimmten ‚Voraussetzungen‘, in bestimmten Situationen einen Wahn auslebe, wo ich aufhöre, die Physische Realität zu sehen, und stattdessen bilde ich mir nicht real-existente ‚Gefahren‘ ein und vermute hinter jeder Ecke ‚Unsichtbare Monster‘ wie schon damals als Kind. Ich beschuldige ‚die Anderen‘ mir ‚Unrecht‘ anzutun, ich bin dann wütend, ‚fühle‘ mich wie ein ‚Opfer‘, versinke im ‚Selbst-Mitleid‘, weine und tobe – immer wieder lebe ich dasselbe Muster durch, ich bin heute praktisch die Verkörperung dieser Paranoia.

So erkenne ich heute ebenfalls, wie ich die ‚Angst vor dem Alleinsein‘ als Emotion, als einen Trigger für mich erschaffen habe, obwohl es eigentlich nicht wirklich um die Angst vor dem Alleinsein ging/geht, sondern viel mehr, um die Aufmerksamkeit, Unterhaltung und Spaß, die ich im ‚Externen Geschehen‘ zu finden und all die Energetischen Erlebnisse, die ich zu ‚verpassen‘ glaube. Und deshalb ist Paranoia auch nicht mit Angst zu verwechseln. Angst ist eine Emotion — ein Energetisches Erlebnis innerhalb des Bewusstseins. Paranoia ist, wenn man sich völlig mit diesen Bewusstseins-Prozessen identifiziert hat, sie verkörpert und glaubt, dass all die Stimmen im Kopf, die generierten Gefühle und Emotionen ‚real‘ sind. Selbst-Ehrlichkeit und Selbst-Vergebung sind Werkzeuge, die einen unterstützen zu sehen, erkennen und verstehen, dass man Selbst immer die Verantwortung trägt und getragen hat, und man Selbst für-und-als sich Selbst ‚Paranoia‘ mit ‚Absicht‘ erschafft — als Bestätigung, Rechtfertigung und die Weiterentwicklung der Internen Bewusstseins-Prozesse — bis man ein völlig ‚paranoides‘ Wesen wird, das die separierten Bewusstseins-Dimensionen / Gedanken-Welten / Wahnbilder für mehr ‚real‘ hält als die tatsächliche Physische Realität.

Ich werde im nächsten Blog exemplarisch meine persönliche Paranoia ablaufen, mit den Werkzeugen der Selbst-Vergebung und Selbst-Ehrlichkeit und einen Weg aufzeigen, wie man darin eine Selbst-Korrektur vornehmen kann, wie man sich Selbst bemächtigen kann, ein selbst-verantwortliches gesundes soziales wohlwollendes klares paranoiafreies Lebendiges Wesen zu werden.


 

 



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