Tag 243 – ‚Ich störe‘-Charakter (4) Grundlagenforschung

6. Juni 2013

 

http://browse.deviantart.com/art/Whine-With-Self-Pity-88080730

Die Grundlage für die Selbst-Definition – Ich bin ein Stör-Faktor – habe ich wie alle meine Grundlagen in meiner Kindheit entwickelt. Die Worte ‚Agnieszko! Nie przeszkadzaj mi! (Agnieszka, störe mich nicht!) sind bei mir fest eingebrannt. Ich war ein aufgewecktes Kind – wie so ziemlich jedes Kind. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass es mich als Kind davon abgehalten hätte, mich frei auszudrücken. Diese Worte beeindruckten mich damals noch nicht sonderlich. Es muss später passiert sein, als ich im Teenageralter war, dass ich diese Worte ’negativ‘ aufgeladen habe und diese Paranoia zu stören aufgebaut habe. Dann habe ich meine Kindheitserinnerngen wieder ausgepackt, als Bestätigung und eine Art Untermauerung dieser Selbst-Definition. Denn scheinbar, war es schon immer so, dass ich ein ‚Störfaktor‘ war.

Ich kann mich also an kein konkretes Erlebnis erinnern, das man als ‚traumatisch‘ bezeichnen könnte. Als Kleinkind scherte mich das wenig, was andere über mich dachten bzw. wie sie mich wahrnahmen. Dies änderte sich als ich ein Interesse am anderen Geschlecht entwickelt habe, ab da spielte es dann eine große Rolle, wie ich in meinem Frendeskreis aufgenommen, bewertet, beurteilt und wahrgenommen wurde. Die Angst, nicht angenommen zu werden und zu stören, wurde zu meiner ständigen Begleitung. Und so ist es, dass je mehr mir daran liegt gemocht, angenommen, geliebt zu werden, desto größer die Angst zu stören. Das Begehren ist direkt mit dieser Angst verbunden, beide Aspekte sind ein und dasselbe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass das Begehren und der Wunsch nach Liebe und Anerkennung der Ursprung meiner Angst zu stören ist – sodass ich immer noch an der Liebe und Anerkennung festhalten wollte, an der ‚positiven‘ Seite, ohne zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich das ’negative‘ nicht werde überwinden, beseitigen, oder gar ignorieren können, solange ich auch nicht bereit bin, die Polarität als Ganzes aufzugeben bzw. loszlassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass meine Paranoia zu stören, sich erst dann entwickelt hat, als ich als Bewusstsein anfing mich in Separation von mir Selbst zu definieren, als ich anfing meine Selbst-Erfahrung davon abhängig zu machen, wie ich glaubte wie mich andere erfahren, was sie von mir denken, wie sie mich wahrnehmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich in Separation innerhalb der Worte Liebe und Anerkennung zu definieren, sodass ich glaubte diese Worte nur durch äußere Beziehungen ‚befriedigen‘ zu können, wenn ich mich zb. von anderen Menschen angenommen ‚fühlte‘ und das Gefühl hatte, dass sie mich nicht als ein ‚Stör-Faktor‘ sehen/empfinden.

Ich realisiere, dass der ‚Ich-störe‘-Charakter eine Art Bewältigungs-Mechanisms für mich geworden ist, mit dem ich die Lage, die Einstellung der Anderen Menschen ‚messen‘ konnte – wie komme ich eigentlich an? – ohne dass ich jemals gesehen und verstanden hätte, dass nichts davon gültig ist, weil es ohnehin alleine in ‚ausserirdischen‘ Bewusstseinssphären stattfindet, und ich niemals wissen kann, was andere wirklich über mich denken.

Zweitens realisiere ich, wie Selbst-UNehrlich es ist, meine Selbst-Erfahrung von Externen Beziehungen zu machen. Damit untergrabe ich jede Möglichkeit von Selbst-Respekt, Selbst-Wertschätzung, Selbst-Liebe und Selbst-Anerkennung.

Ich verpflichte mich am ‚Ich störe‘ Charakter nicht mehr teilznehmen, und diese Form von Energie nicht als mich Selbst zu akzeptieren und zu erlauben – ich realisiere, dass das wovor ich Angst hatte, völlig grundlos ist, weil ich meine Selbst-Erfahrung alleine auf Selbst-Ehrlichkeit begründen kann und muss, weil ich mir Selbst vertrauen kann und ich fähig bin jeden Moment Atemzug um Atemzug zu leben und mich Selbst darin auszdrücken.



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