Tag 241 – ‘Fehler’-Ich Charakter (14) Störe ich oder bin ich Verstört? (3)

28. Mai 2013

 

http://fearandthecomedy.bandcamp.com/

Wenn ich mir noch mal anschaue, was ich gestern geschrieben habe, ist es schon erstaunlich, was da im Detail geschieht. Die Aktivierung dieses Charakters beginnt also mit einem Begehren und einem Wunsch z.B. jemanden anzusprechen, und dann wenn ich zur Tat schreite, überkommt mich dieser Selbst-Zweifel und die Angst, dass ich stören könnte, dass ich ungelegen komme o.ä. Ich beginne meine Interne Welt in einem Internen Selbstgespräch auszuformulieren – „ach, ich störe nur, es war nicht der richtige Zeitpunkt, ich hätte warten sollen, oder ich bin zu spät“ und so weiter. Meine Stimme wird unsicher, ich verspreche mich z.B. oft, werde total selbst-bewusst, im Sinne von, dass ich mich aufspalte und neben der Interaktion mit dem Menschen, beobachte ich mich auch von aussen und beurteile mein Verhalten, meine Bewegungen, ich versuche ebenfalls zu beobachten, was im Anderen passiert, wie diese Person auf mich reagiert. Es finden somit gleichzeitig eine Million Rechen- und Reaktions-Prozesse in mir statt – auf mentaler und emotionaler Ebene. Das ergibt die folgende Frage: Wer stört hier eigentlich wen? Ich meine, ich komme da an und spreche jemanden an, mit diesem absoluten Chaos in mir – völlig unfähig weil geradezu paralysiert klar und deutlich zu kommunizieren, ich überfordere mich sozusagen selbst und verlange vom Anderen ‚angenommen‘ und ‚verstanden‘ zu werden. Aber wie soll dass denn überhaupt funktionieren, wenn ich mir nicht einmal selbst gewahr bin, warum und was da in mir vorgeht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, wie ich mit dem Aufrechterhalten und Verkörpern des ‚Ich-störe‘-Charakters mich Selbst in unzählige Persönlichkeits-Partikel als Gedanken, Gefühle, Emotionen, Ängste, Interne Selbstgespräche aufgespalten habe, sodass ich tatsächlich in meiner Kommunikation als Ausdruck meiner Selbst als Gesamtheit ‚gestört‘ war – Und ich doch eher sagen kann, dass ich meine eigene ‚Verstörung‘ nach Aussen projeziert habe, anstatt die Einfachheit der Lösung zu sehen, zu erkennen und zu verstehen, dass ich nämlich der Schöpfer dieser ‚Störung‘ und deshalb auch in der Lage bin, mich Selbst zu ‚entstören‘ und diese Erfahrung komplett zu stoppen.

Ich verpflichte mich, wann immer ich ‚Angst habe zu stören‘ – diese Erfahrung als mich sofort zu stoppen und zu atmen – Ich erlaube es mir zu realisieren, dass diese ANGST die eigentliche ‚Störung‘ ist, mit der ich mich Selbst ‚verstöre‘ – und dass ich mich dabei unterstützen und fördern kann, mit dem Atem mich zu ‚entstören‘, indem ich die Energie losslasse, mich HIER im und als das Physische stabilisiere und einfach im Leben als Leben teilnehme.

Ich realisiere, dass all die ‚Störungen‘ als Gedanken, Emotionen, Gefühle, Angste, Interne Sebstgespräche gewissermaßen Partikelchen meiner Selbst sind, die auf vergangenen Erinnerungen und Erfahrungen basieren, innerhalb derer ich mich von mir Selbst als Bewusstsein getrennt habe, sodass ich diesen Prozess werde umkehren und zurücklaufen müssen, um sie sozusagen wieder auf- und zu versammeln – Ich realisiere, dass ich mich mit dem Atem soweit stabilisieren kann und muss, um die Millionen von Rechen- und Reaktions-Prozessen so zu verlangsamen, dass ich die absoluten Details davon erkennen und entlarven kann, um sie an der Wurzel zu packen, um sie als mich Selbst in Einheit und Gleichheit anzuglaichen und so EIN (ungestörtes) SELBST wiederzugebären.



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