Tag 236 – Welcher Schreibtisch darf es sein? (4) Psychologische Deutung

23. Mai 2013

 

http://browse.deviantart.com/art/Home-25803051

Es ist schon erstaunlich, welche Separation innerhalb von mir Selbst stattfindet, wenn ich an ein ‚Problem‘ herangehe. Meine jetzige Wohnsituation ist so ein ‚Problem‘. Es ist eine Tatsache, dass ich so wie ich zur Zeit lebe, nicht für immer leben will. Ich werde nicht die Einzelheiten meiner heutigen Wohnsituation beschreiben, grundsätzlich geht es darum, dass ich in sehr vielen Einzelpunkten Kompromisse eingehe, die ich auf Dauer nicht tragen kann, die ich dann als Kompromittierungen erlebe. Der entscheidende Punkt für mich heute ist, dass mich NIEMAND und NICHTS zwingt so zu leben, meine heutige Wohnsituation ist eine Konsequenz aus allen meinen vorangegangenen Entscheidungen bzw. Nicht-Entscheidungen – Ich alleine trage die Verantwortung. Ich habe es in der Vergangenheit schlichtweg nicht geschafft, meine Wohnsituation so zu gestalten, dass ich damit leben kann und will. Wie kann so etwas überhaupt zustande kommen?

Ich bin in meiner Vergangenheit immer meinen Begehren in Form von Bildern, Gedanken, Ideen die ich im-und-als Bewusstsein geformt und kreiert habe gefolgt, habe mir ein neues Sofa gekauft, ein Bücherregal, einen Laptop, habe die Zimmer umgestellt, die Wände gestrichen – Nichts davon hat eine Dauerhafte Änderung der Beziehung zu der Wohnung als solches herbeigeführt.

Ich habe immer versucht die Oberfläche kosmetisch zu verschönern, die Bilder/Images auszutauschen und auszubessern – Ich habe mich nie an den Ursprung meiner Beziehung mit meiner Wohnung herangewagt – an den Ursprung des ‚Problems‘ – nämlich mich SELBST.

Wenn ich mir unter diesem Standpunkt das Bild/Image des elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisches noch einmal anschaue, und es psychologisch deute, diese Funktion, dass ich die Arbeitshöhe nach Belieben, einfach und schnell verstellen, einstellen und angleichen kann, heißt das, dass ich mich im Grunde nach einem Arbeitsplatz als einen Lebensort als ein ‚Zuhause‘ sehne, den ich nach MEINEN Bedürfnissen einrichten kann, ohne Kompromisse einzugehen, die eigentlich Selbst-Kompromittierungen sind – also Selbst-Limitierungen, die ich eigentlich NICHT (er)tragen kann. Und hier liegt die wahre Herausforderung für mich: die Spreu vom Weizen zu trennen – Was ist Real und was ist Illusion? – Was ist mir ein Physisches Bedürfnis und was ein Bewusstseins Begehren? – Was bedingt in den exakten Einzelheiten diesen Wunsch nach einem ‚Da-Heim‘? Sind es verdrängte, unterbewusste Gefühle, Emotionen, Erinnerungen?

Ich werde in den kommenden Blogs bei diesem Punkt bleiben und nachschauen, wie mein heutiges Selbst-Verständnis und meine Einstellung zu ‚Da-Heim‘-Sein entstanden ist, und welche Einzelheiten diese Beziehung ausmachen.



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