Tag 225 – Meine Beziehung mit Geld

1. Mai 2013

 

http://browse.deviantart.com/art/Money-Money-Money-108909672

Ich befinde mich zur Zeit in einer prekären finanziellen Lage. Ich hatte und habe Ausgaben vor mir, die zwar Einmalig aber ganz schön einschneidend sind. Ich habe sehr viele Entscheidungen in meinem Leben vor mich hingeschoben, und nun laufe ich einige davon ab – und wie alles im Leben – hat alles seinen Preis. Schon faszinierend, die Erkenntnis, dass sich nichts in unserem Leben wirklich bewegt, wenn kein Geld investiert wird – Und damit einhergehend die Erkenntnis, dass sich ebenfalls auf der Globalen Skala nichts ändern kann, wenn kein Geld investiert wird. Und diese Beziehung übersehen wir ganz gerne. Wir haben Träume, Pläne, Wünsche und vieles mehr, aber was und wie viel davon ‚wahr‘ werden kann, hängt alleine von unserem Geldbeutel ab, ob es die Ausbildung, der Führerschein, der Traumurlaub, das Traumhaus, Kleidung, Schuhe, eine Schönheits-OP ist. Wenn wir ehrlich sind, auch die Liebe kommt nicht ‚umsonst‘, da muss man schon in einen Blumenstrauß, ein Restaurantbesuch oder ein Geschenk investieren.

Seit Jahren taucht immer wieder der Satz in mir auf „Wenn ich einmal meine Finanzen geordnet habe, werde ich…“ Und ich habe das Glück, dass mir tatsächlich Finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, im Klartext, habe ich eine Arbeit und damit ein regelmäßiges Einkommen. Doch habe ich es immer ‚automatisch‘ so hingenommen, wie es ist, ohne mir jemals im Detail darüber gewahr zu sein, was ich mit dem Geld mache und wie ich damit umgehe. Ich hatte genug Geld, um mir keine ‚Sorgen‘ machen zu müssen. Heute bin ich fähig darin zu erkennen, dass Geld ‚blind‘ macht, es ist eine Schutzmauer, die uns im ‚Äußeren‘ vor jeglichen Konsequnzen bewahrt, und im ‚Inneren‘ davor selbst-ehrlich zu sein, und sich einzugestehen, dass wir Sklaven innerhalb eines Geld-Systems sind, in dem ‚Leben‘ als ‚Profit‘ ausgebeutet wird.

Und schon erstaunlich, dass wir erst dann bereit sind, etwas zu ändern, wenn scheinbar unüberwindbare Konsequenzen den Himmel verdunkeln. Ich habe diesen Punkt vor mich hingeschoben, bis zu diesem Zeitpunkt, wo ich praktisch kein Geld habe. Das ist so, als ob man sich erst das Bein brechen muss, um den ‚Wert‘ des Beins für uns zu erkennen. Als Destonians kontemplieren wir aber nicht nur über den ‚Wert‘ des ‚Physischen’/Lebens – wir schauen uns auch an, wie es zum Bruch kam, wir erforschen unsere eigene ‚Verschuldung‘, welche Akzeptanzen und Billigungen wir in-uns und als-uns zugelassen, erlaubt und ausgelebt haben, die zum Bruch geführt haben, und was wir an uns selber ändern müssen, damit solche Brüche nicht mehr stattfinden und wie man solchen Brüchen vorbeugen kann. Deshalb wenden wir auch die Selbst-Vergebung an, als ein Werkzeug das uns dazu befähig innerhalb der Selbst-Erkenntnis selbst-bestimmende und selbst-gesteuerte Wesen zu werden, die sich über die Konsequenzen ihrer Taten, Gedanken und Handlungen gewahr sind und die erkannt haben, das ‚Verschuldung‘ immer nur im Kontext des Selbst zu suchen ist, die Konsequnzen jedoch einen Einfluß auf uns ALLE in Einheit und Gleichheit haben.

Ich habe erkannt, dass ich mein Verhältnis mit dem Geld aufräumen muss. Das Wort ‚Verhältnis‘ trifft es schon genauer. Geld unterhält mich, in Doppelten Sinn – mit Geld bestreite ich meinen Unterhalt, meine Rechungen und Fix-Kosten, bezahle die Wohnung, das Essen und die Bekleidung, ich habe Geld aber auch dazu genutzt mich zu ‚unterhalten‘, habe meinem Selbst-Interesse gefröhnt, ohne zu erkennen, dass darin eigentlich das ‚Problem‘ liegt, denn solange ich Geld übrig für Unterhaltung hatte, habe ich mein ‚Verhältnis‘ nicht ändern wollen.

Und ich bin mir wohl darüber klar, dass ich in einer sehr sehr sehr priviligierten Lage bin, denn für den Unterhalt reicht es, alleine für die Unterhaltung ist nichts mehr ‚übrig‘. Und dies ist ein Punkt der Scham für mich, dass ich nicht früher bereit war mich darin neuauszurichten und zu korrigieren. Dass ich mich unterhalten und abgelenkt habe, dass ich mein ‚Verhältnis‚ nicht aufgeben wollte, ohne Rücksicht auf all das LEBEN, das praktisch keinen Unterhalt hat. Denn wie kann ich ein ‚Recht auf Unterhaltung‘ haben, solange nicht das ‚Recht auf Unterhalt‘ in jeder erdenklichen Hinsicht für Alles Leben verwirklicht und sichergestellt ist?

Darin liegt meine Individuelle Verantwortung für mich Selbst und die Verantwortung für die Konsequenzen, die mein ‚Verhälnis‘ für mich Selbst als ALLE haben wird, wenn ich es verpasse mich mit-und-als das anzugleichen ‚was das Beste für Alles Leben ist‘. Und dieser Ausgang ist kein Geheimnis, es liegt vor unseren Augen, der Zustand dieser Welt, wo Einige Wenige ein Unterhaltsames Leben führen können, während Viele Mehr ohne ein Recht auf Unterhalt ihr Dasein fristen müssen. Der ‚Preis‘ für dieses Vergehen, wird einmal eingefordert werden, und es werden diejenigen bezahlen, die ihr Geld lieber in Ego-Unterhaltung als den Lebens-Unterhalt investiert haben – ALLES hat seinen Preis – erst Recht das ‚Recht auf Leben‘.



Post a new comment

Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.