Tag 223 – Berührungsängste (5) Umarmung

29. April 2013

 

http://browse.deviantart.com/art/Embrace-185330156

Ich habe letzes Wochenende Destonians in Belgien 😀 besucht, und unter anderem habe ich das Thema der Berührungsangst thematisiert und so wurde die Gelegenheit beim Schopf gepackt, und ich wurde umarmt. Das war ein ziemlich cooler Augenblick, wo ich mich Selbst testen konnte, mit Mitmenschen die auch den Prozess der Selbst-Entdeckung laufen. Also, ich hatte keine Angst vor der Umarmung selbst, so wie ich das früher gehabt hätte. Ich war entschlossen mich zu testen. Offensichtlich war die Umgebung auch Ausschlag gebend – Ich wußte ich teste meine Selbst-Applikation mit Menschen, die meine Reaktionen nicht persönlich nehmen werden, die mich in jeder Hinsicht als sich Selbst unterstützen werden – und umgekehrt.

Die Umarmung dauerte länger als ich es erwartet habe. Was schon ein Hinweis darauf ist, dass ich es irgendwie ‚durchstehen‘ wollte, es ’schnell‘ hinter mich bringen wollte. Nach kurzer Zeit, hatte ich sowas wie eine Mikroskopische Panikattacke, wo ich glaubte den Punkt zu erreichen, wo ich nicht mehr ‚entspannt‘ bin, und wo ich unbedingt ‚loslassen wollte‘, wo es zu viel wurde. Wenn ich mich darin verlangsame, sehe ich, dass ich es wie einen ‚Verlust‘ erlebt habe, ich habe die ‚Kontrolle‘ verloren, ich wußte nicht mehr wie ich mich verhalten soll, wie stark ich drücken soll. Es war auch so, als ob ich mich Selbst verloren hätte, bzw. als ob ‚Ich‘ in Gefahr wäre, mich zu verlieren.

Ich habe auch die ‚Entspanntheit‘ des anderen Körpers erfühlt, die Sicherheit dahinter, und plötzlich fühlte ich mich noch mehr ‚Unsicher‘ und ‚Verspannt‘. Es war die Angst in mir, dass dies zu intim ist. Ich hatte die Angst zu weit zu gehen. Ich hatte die Angst mich zu verraten, bei so einer Körperlichen Nähe, kann man nichts mehr ‚vormachen‘ – ich hatte die Angst, dass ich ‚durchschaubar‘ würde. Im Großen und Ganzen kann ich diese Erfahrung als Gesamtheit auch als Verlust der Selbst-Sicherheit bezeichnen – ich war mir meiner Selbst nicht mehr ’sicher‘.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe die Angst vor Umarmungen überwunden geglaubt zu haben, wo ich doch in Wahrheit eine Strategie des ‚Hinter-mich-Bringens‘ für mich entdeckt habe, also der Unterdrückung und Verdrängung der eigentlichen Ängste und Dimensionen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass es ausreicht, wenn ich Umarmungen ‚überstehen‘ kann, wenn ich sie ‚hinter mich bringen‘ kann, ohne zu realisieren, dass dahinter multiple ‚Programme‘ stehen, die ich im absoluten Detail ablaufen muss, um eine dauerhafte und stabile Veränderung meiner Selbst innerhalb von Umarmungen herbeizuführen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass die Unterdrückung eine Ansammlung von Energie ist, die sich dann in der ‚Mikroskopischen Panickattacke‘ entlädt, weil ich einen Punkt erreiche, wo die ‚Spannung‘ zu hoch wird und ich sie gewissermaßen loslasse, aber weil ich mich innerhalb von Energie selbst definiert habe, erfahre ich es als einen Selbst-Verlust, so als ob ich mich Selbst verlieren würde.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich beim Umarmen automatisch in-und-als Bewußtsein zu separieren, was bedeutet, dass ich aufhöre in Einheit und Gleichheit im-und-als mein Physischer Körper zu sein und mich auszudrücken, sondern anfange die Physische Realität zu spiegeln, zu berechnen, zu bewerten, zu vergleichen, Informationen anzusammeln, wie zum Beispiel, wie ‚fühlt‘ sich der andere Körper an, im Vergleich zu mir – wobei ich nicht realisiere, dass wenn ich mir ein Urteil bilde, dass der andere Körper viel entspannter und selbst-sicherer ist, dass dies bereits eine ‚vorexistente‘ Selbst-Verurteilung war, die ich auf die Externe Realität projeziert habe, um gewissermaßen eine Bestätigung darin zu finden.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe eine Selbst-Defenition für mich und als mich erschaffen zu haben, dass ich beim Umarmen ‚verspannt‘ und ‚unsicher‘ bin – es ist sozusagen eine selbst-erfüllende Prophezeiung geworden – eine Erklärung, die ich auch als eine Ausrede dafür nutzen kann, dass ich mich nicht ändern kann, weil ich eben so bin, ohne zu realisieren, dass ich es doch selbst bin, die dies bestimmt hat und die daran immer wieder festhält und es aufrechterhält.

Fortsetzung folgt…



Post a new comment

Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.