Tag 219 – Berührungsängste (1)

24. April 2013

 

http://fineartamerica.com/featured/touching-the-ephemeral-dorina-costras.html

Ich hatte eine ziemlich ausgeprägte Angst davor berührt zu werden. Ich sage, ich hatte, weil alleine die Tatsache – als ich erkannte, dass ich mich mit dem und als Bewußtsein NICHT identifizieren muss, ausgereicht hat, um mir einen Augenblick der Selbst-Schau und Selbst-Reflexion zu geben und zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich auch ganz anders kann, dass ich all den Ängsten nicht ‚machtlos‘ ausgeliefert bin, und dass ich als diese Erkenntnis etwas Neues wagen kann – Ich kann mich ändern, ich kann diese Angst stoppen. Und so habe ich beschlossen, dieser Angst zu begegnen. Ich habe auf eine ganz praktische Weise mit Freunden geübt, habe zb. Umarmungen oder Schulternmassagen geübt. Dies alles fand vor ein paar Monaten statt. Meine heutige Lebensweise und Teilnahme am Leben hat sich um einiges verändert. Wenn ich bedenke wie viel entspannter Begrüßungen oder Verabschiedungen heute für mich sind, wo ich früher Ängste durchstehen mußte, wenn ich glaubte, dass da eine Umarmung auf mich zukommen könnte.

Ich habe diese Ängste derart verkörpert, dass ich automatisch stocksteif wurde, wenn mich jemand berührt hat. Am schlimmsten waren die ersten Berührungen, wenn ich jemanden noch gar nicht kannte. Aber nicht nur, ich hatte Freunde, die ich im Leben nicht berührt habe. Innerhalb von Beziehungen habe ich eine sehr lange Zeit gebraucht, um diese Ängste zu überwinden. Oder ich habe Alkohol getrunken, um diese Hemmung für eine kurze Zeit ‚ausschalten‘ zu können, um sozusagen nicht mehr ich selbst sein zu müssen.

Faszinierend ist, dass ich nie darüber gesprochen habe. Ich kann auch nicht sagen, dass ich es jemals betrachtet hätte. Ich habe diese Angst als mich selbst, akzeptiert und erlaubt – habe nie hinterfragt, wie und warum eigentlich, und erst recht nicht, ob ich mich darin ändern könnte, obwohl mir diese Angst sehr unangenehm war und ich sie als ‚Last‘ erlebt habe – eine Art ‚Verklemmung‘ die außerhalb meiner ‚Kontrolle‘ war.

Ich möchte in kommenden Blogs diesen Punkt noch weiter vertiefen. Denn die automatischen Reaktionen in-mir und als-mich sind nach wie vor existent. Ich möchte mich vorallem aus meiner Subjektiven Ich-Perspektive daran wagen – Also ‚Meiner‘ Angst Andere zu berühren. Ich hatte heute einen Augenblick den ich exemplarisch ablaufen möchte. Ich habe Zeit zusammen mit einem Freund verbracht, und an einer bestimmten Stelle, tauchte in mir das Bedürfnis/Begehren auf, diese Person zu berühren, und gleichzeitig aber auch die Angst es zu tun, mit all den dazugehörigen Emotionen und Selbstgesprächen.

Ich habe erkannt, wie super schnell – in Quantum Geschwindigkeit – ich mich im-und-als Bewußtsein separiere und nicht mehr in Einheit und Gleichheit als mich Selbst HIER im Physischen als das Physische ausdrücke.

Das Begehren selbst, ist bereits der Erste Schritt. Ohne zu wissen, wie’s mir geschiet, taucht dieses Begehren in-mir und als-mich auf. Ich kann nicht mit Genauigkeit sagen kann, welche Prozesse in-mir und als-mich im Unbewußten abgelaufen sind – wie dieses Begehren aufgetaucht ist, es ist das erste Erlebnis das ich ‚bewußt‘ erlebe. Was ich aber für mich selbst bereits abgelaufen habe, ist die Tatsache, das Begehren aus der Angst entsteht. Deshalb ist es kein Wunder, dass mit dieser Angst als Anfangspunkt, dann auch entsprechende Selbstgespräche und Emotionen aktiviert werden und ich dann diese Angst als mich selbst auslebe und sie verkörpere.

 

Morgen geht’s weiter…

 

 

 



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