Tag 214 – Erwartungen (1)

16. April 2013

http://iridescence-art.deviantart.com/art/I-ve-Been-Waiting-For-So-Long-94432946

Was sind eigentlich Erwartungen? Was geht in mir vor wenn ich Erwartungen habe? Welche Folgen und Kosequenzen haben Erwartungen?

Ich bin voller Erwartungen. Ich warte – und das in einer kontinuierlichen Wiederholungsschleife. Wenn man Erwartungen so darstellen würde, wie sie in der Raum-Zeit passieren, wäre das eine Spirale des Wartens. Ich warte, ich warte, ich warte, ich warte,…. in die Unendlichkeit so weiter.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu realisieren, dass ‚Erwartungen haben‘ eigentlich eine Wiederholungsschleife ist, in der ich mich kontinuierlich und konstant – in einer Art Starre versetzte und darauf hoffe, dass irgend etwas passiert.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu hoffen und zu glauben, dass das ‚Warten‘ meine einzige Möglichkeit ist, und dass nicht nur im Hinblick auf das ‚Ziel‘ als solches, sondern viel mehr als eine Selbst-Definition – dass ich das ‚Warten‘ als einen Zustand akzeptiert und erlaubt habe mich zu leben – es zu verkörpern – ohne zu realisieren, dass es absolute Selbst-Verleugnung und Selbst-Deziemierung ist, weil ich mich Selbst als das Leitende-Prinzip (Directive Principle) aufgebe – Ich höre auf mich Selbst zu steuern und übergebe das Ruder diesem Zustand des ‚Erwartens‘.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu bemerken, wie der Mentale Zustand des ‚Erwartens‘ mich als mein Physischer Körper beeinflußt, denn wann immer ich in Erwartung bin, bin ich wie unter Strom – gespannt, ungeduldig, nervös – und das ist ziemlich anstrengend und erschöpfend auf Dauer.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass dieser Zustand nicht das Beste für mich ist, und weil ich diesen Zustand selbst in-mir und als-mich generiere, ich diesen Zustand als mich ändern kann – und darin sehe, erkenne und verstehe ich, dass ich meine Selbst-Verantwortung aufgegeben habe, und dass Selbst-Verantwortung tatsächlich ‚Macht‘ ist, Macht über das Selbst zu bestimmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass ich Erwartungen ‚anhäufe‘ und ‚ansammle‘, indem ich an diesem Prozess des Erwartens teilnehme, Atemzug für Atemzug akzeptiere und erlaube ich mich als dieser Zustand zu verkörpern, generiere Energie, ich warte, warte, warte, warte – sodass es dann eventuell diesen Augenblick gibt, wo ich alle ‚Hoffnung‘ aufgebe und ‚verzweifle‘ – was eigentlich ein Augenblick ist, wo die Energie-Ansammlung mich sozusagen übersteigt, und ich es nicht mehr ertragen kann, und dann überflutet mich diese Energie eben als die Erfahrung der ‚Enttäuschung‘.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, wie ich dann immer wieder meine Erwartungen modifiziere, wechsle, austausche – jenes ‚Ziel‘ aufgebe und mir ein neues suche und der ganze Prozess von vorne beginnt – eine neue Schleife, eine neue Wiederholung – anstatt das ‚Problem‘ an der Wurzel zu packen – und mein ‚Erlebnis‘ darin als mich Selbst anzugehen, zu untersuchen und zu ändern – praktisch diese ewige Wiederholungsschleife zu stoppen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu glauben, dass wenn ich meine ‚Erwartungen‘ aufgebe, ich damit gleichzeitig auch meine ‚Ziele‘ aufgeben muss, was totaler Schwachsinn ist – es geht hier alleine um das Energetische Erlebnis – und dass ich mich Selbst in Separation von mir Selbst innerhalb meiner ‚Ziele‘ definiert habe, sodass ich glaube, etwas was ‚Außerhalb‘ von mir ist, unbedingt haben oder erreichen zu müssen – um ‚glücklich‘, ‚erfüllt‘ und ‚vollständig‘ zu sein.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass ‚Erwartungen‘ verstecktes ‚Begehren‘ ist, und sogar viel schlimmer, denn anscheinend glaube ich es ’nicht wirklich haben zu können‘ und mir nur das ‚Abwarten‘ bleibt und die ‚Hoffnung‘ dass ich es doch noch ‚irgendwie‘ ‚erreichen‘ oder ‚haben‘ kann.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass Erwartungen im Grunde Verlustängste sind – die Angst etwas zu ‚verlieren‘, was man ohnehin noch überhaupt nicht hat und sogar daran glaubt es auch nicht haben zu können!!

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass Erwartungen eine selbst-kreierte ‚Hölle‘ sind, weil ich lieber in einem zermürbenden ungewissen Vielleicht-Zustand verbleibe, als es tatsächlich herausfinden zu wollen, ob meine Erwartungen physisch, praktisch durchführbar, machbar, lebbar, konkret sind.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu realisieren, dass Erwartungen das Festhalten an ‚Hoffnung‘ ist – einem ‚Vielleicht‘-Zustand, weil ich Angst vor einem ‚Nein‘ habe.

Fortsetzung folgt…



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