Tag 211 – ‚Fehler‘-Ich-Charakter (9) Ich kann mich nicht ausdrücken – Erinnerungen (2)

7. April 2013

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Dieser Blog ist eine direkte Fortsetzung vom gestrigen Eintrag:
Tag 210 – ‘Fehler’-Ich-Charakter (8) Ich kann mich nicht ausdrücken – Erinnerungen (1)

Aber auch eine Fortsetzung einer ganzen Reihe, in der ich mich mit der grundsätzlichen Akzeptanz meiner Selbst als ‘Fehlerhaft’ auseinandersetze. All die Vorstellungen und Ideen die ich mir über die Jahre über mich selbst gebildet habe, die ich als Rechtfertigungen für das Muster des ‘Versagens’ nutze, ohne jemals realisiert zu haben, dass all diese Wiederholungen des ‘Versagens’ in meiner Beziehung zu mir Selbst begründen – eben dieser Akzeptanz meiner Selbst als den ‘Fehler-Ich’-Charakter. Im Archiv findest du all die anderen Blogs, die zu dieser Reihe gehören.

Wenn ich mir aus der heutigen Sicht und meinem heutigen Verständnis das Ereignis in der Kirche anschaue (ich habe es im letzten Eintrag beschrieben, den Link dazu siehe oben) sehe und erkenne ich, dass mich Angst so sehr überwältigt hat, dass ich als Bewußtsein total die ‚Verbindung‘ zum Körper verloren habe. Und mein Körper mir wiederrum gezeigt hat, zu was das Physische als unsere Körper fähig ist. Meine Erfahrung dienst sozusagen als Beweis, dass es tatsächlich der Körper ist, der ‚lernt‘. Ich habe den Text als mein Körper auswendig gelernt, ich habe es verinnerlicht und so war mein Körper auch in Lage auch ohne mein ‚Bewußtsein‘ diesen Text vorzutragen. Mein Bewußtsein dagegen hat ohne die ‚Verbindung‘ zum Körper nichts mehr ‚gewußt‘ – ich hatte durch diese kurzfristige Separation keinerlei Zugang mehr zu dieser ‚Information‘.

Ich erkenne und realisiere ebenfalls, dass die damals aufgestiegenen Ängste heute immer noch die Grundlage meiner Beziehung zu und mit meiner ‚Kommunikation‘ ausmachen. Und so erkenne ich, dass ich mir heute diese Punkte selbst vergeben kann. Ich kann mir diese Ängste im Detail anschauen, und sie ‚auflösen‘, ich kann die Bewußtseins-Beziehungen der Angst ‚auflösen‘, sodass meine Kommunikation NICHT mehr davon abhängt und diese Ängste mich nicht mehr beeinflußen oder kontrollieren.

Wenn ich in mich hineinschaue – und dieses Ereigniss hierher hole, mich reinversetze und den Ablauf verlangsame – und mit Ablauf meine ich die Prozesse die in-mir und als-mich stattgefunden haben, sehe ich ganz deutlich dass der Auslöser dieser Angst – meine Stimme war, die ich durch das Mikrofon hallen gehört habe. Es war gewissermaßen der Moment als ich zu sprechen anfing und dann noch eine Stimme aufgetaucht ist, ein wenig versetzt und verzerrt, und ich mich erschrocken habe, ob da noch jemand anderes spricht.

Und macht diese ‚Verzerrung‘ NICHT das Bewußtseins-System selbst aus? Da gibt es den Physischen Körper, der in Einheit und Gleichheit im-und-als sich Selbst existiert und das Bewußte ‚Ich‘ – ein Spiegelbild – das wörtliche Selbst Bewußtsein. HIER bin ICH und da ist was ich glaube zu sein – als Wissen und Information – eine Kopie, eine Interpretation.

Und so erkenne ich, dass jedes mal wenn ich von da an kommuniziert habe, ich diese Einheit und Gleichheit im-und-als mein Physischer Körper ‚verlassen‘ habe, um zu ‚prüfen‘, wie ich von ‚Außen‘ wirke, wie höre ich mich an, wie nehmen mich die Anderen wahr – also dass ich meinen Ängsten folge, sie verkörpere und so trenne ich mich und spalte mich auf.

Es macht auch Sinn, dass ich im Beisein von Menschen, die ich ‚gut‘ kenne, derartige ‚Spaltung‘ nicht mehr erlebe, weil ich in der Beziehung zu diesen Menschen bereits einen ‚Charakter‘ entwickelt habe, und so kann man sagen, dass ich bereits weiß ‚Wer‘ ich innerhalb von diesen Beziehungen bin, und so glaube ich nicht mehr ‚prüfen‘ zu müssen, ob alles ’stimmt‘ sozusagen, ob ich ‚gut‘ ankomme, ob ich ‚gefalle‘ – mit der Erschaffung von ‚Verhaltens-Rollen‘ und ‚Charakteren‘ habe ich diese Ängste überwunden, ich habe mich ‚angepasst‘ und ‚weiß‘ dass es funktioniert, ich habe die ‚Reaktionen‘ der Anderen im Vorfeld schon ‚geprüft‘. Und wann immer ich in einer neuen Situation bin, oder neuen Menschen begegne, starte ich das ‚Programm‘ des ‚Selbst Bewußtseins‘ – und spalte mich in das ‚ängstliche Ich‘ – was schon eine Art ‚Fehler-Ich‘ ist, weil ich ja überhaupt nicht weiß wer ich wirklich bin, solange ich keinen Bezug, keine Externe Beziehung als Bewußtsein kreiert habe. Ich ’spiegele‘ mich Selbst, ’spiegele‘ die Situation um ‚Informationen‘ und ‚Wissen‘ zu sammeln, um daraus eine ‚Rolle‘ bzw. einen ‚Charakter‘ zu erschaffen.

So, im nächsten Blog folgt die Selbst-Vergebung ung die praktische Anleitung zur Selbst-Korrektur….



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