Tag 208 – ‚Fehler‘-Ich-Charakter (6) Ich kann mich nicht ausdrücken – Angst-Dimension

2. April 2013

Tripping through Bogomils mind - Otto Rapp

Dieser Blog ist eine Fortsetzung einer Reihe, in der ich mich mit der grundsätzlichen Akzeptanz meiner Selbst als ‚Fehlerhaft‘ auseinandersetze. All die Vorstellungen und Ideen die ich mir über die Jahre über mich selbst gebildet habe, die ich als Rechtfertigungen für das Muster des ‚Versagens‘ nutze, ohne jemals realisiert zu haben, dass all diese Wiederholungen des ‚Versagens‘ in meiner Beziehung zu mir Selbst begründen – eben dieser Akzeptanz meiner Selbst als den ‚Fehler-Ich‘-Charakter. Im Archiv findest du all die anderen Blogs, die zu dieser Reihe gehören.

Ich habe bereits über diese Dimension geschrieben, zb. im Blog Day 131 – Fear of Expression. Ich habe im damaligen Blogeintrag darüber geschrieben, wie ich mich immer durch die Augen der Anderen betrachte, und meinen Ausdruck dementsprechend anpasse, indem ich ‚Charaktere‘ erschaffe und in ‚Rollen‘ schlüpfe. Heute und in kommenden Blogs möchte ich tiefer gehen, mehr ins Detail – in die Momente, wenn ich mit Anderen interagiere/kommuniziere und es dann diesen Augenblick gibt, wo ich mich Selbst unterdrücke, Angst habe etwas zu sagen, bzw. von vorne herein glaube, ‚ich wüßte nicht, was ich sagen könnte‘ oder auch, wo ich diesen Selbst-Zweifel habe, WIE ich etwas ausdrücken soll, WIE ich mich verständlich machen soll, wenn ich Angst vor Reaktionen habe, vor Verurteilungen, davor abgewiesen zu werden usw. Als aller erstes möchte ich mir die Angst-Dimension anschauen und den Ängsten aufspüren, die ich in diesen Momenten erlebe und erfahre. Aber letzenendes geht es mir darum, die Gesamtheit dieser Persönlichkeit zu erfassen – die Grundlage meines Selbst-Verständnisses, dass ich mich so akzeptiert und es mir erlaubt habe, zu glaben, dass ‚Ich das bin‘ – Ich möchte hier das Statement ‚Ich kann mich nicht ausdrücken‘ als Selbst-Definition und Teil des ‚Fehler-Ich‘-Charakters korrigieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meinen Ausdruck zu kompromittieren, weil ich Angst davor habe, dass das was ich sage, ausdrücke oder kommuniziere abglehnt bzw. ’negativ‘ ausgelegt werden könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe Angst davor zu haben, dass ich mit dem was ich ausdrücke, ausformuliere, darstelle, kommuniziere Mißverständnisse erzeugen könnte – also dass ich Angst davor habe mißverstanden zu werden, was widerum in der Angst begründet ’negativ‘ ausgelgt bzw. verurteilt zu werden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe Angst davor zu haben mich bloßzustellen, dass das was ich ausdrücke, ausformuliere, darstelle, kommuniziere als ‚dumm‘ verurteilt werden könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meinen Ausdruck zu kompromittieren, weil ich Angst vor den Reaktionen der Anderen habe, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, dass ich darin faktisch eine Beziehung der Ungleichheit zwischen mir und all den Anderen Individuen erschaffe und mich ‚weniger‘ als die Anderen sehe und definiere, sodass ich glaube dass ich meinen Ausdruck immer abhängig vom Bewertungs-System der Andreren machen muss.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, wie ich – WEIL ich eben mich Selbst als ‚weniger als‘ die Anderen Selbst definiert habe – Ich es doch Selbst war, die mich Selbst verurteilt und bewertet hat, und dass jene Angst alleine in-mir und als-mich existiert und ich überhaupt nicht vom Bewertungs-System der Anderen abhängig, sondern alleine Sklave meines Eigenen Bewertungs-Systems bin.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich es alleine war, die meinen Selbst-Ausdruck kompromittiert hat, aus Angst und der Äbhängigkeit vom Bewertungs-System, das ich über Jahre in-mir und als-mich erschaffen habe, all die Ideen, Bilder und Vorstellungen wer ich Bin, wie ich sein sollte, wie ich sein müßte, wie ich auf Andere wirken sollte, wie ich auf Andere wirken müßte – Alles Überlebens-Strategien in einem Überlebens-System, ohne dass ich es mir jemals erlaubt habe zu realisieren, wie ich es Selbst bin, die diese Bizarre Überlebensform akzeptiert, erlaubt und folglich kreiert.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu sehen, erkennen und verstehen, wie ich meine eigenen Konsequenzen erschaffe, zb. deutlich zu sehen am Beispiel der Angst vor Mißverständnissen, weil wenn ich mich unterdrücke, meine Kommunikation manipuliere und ‚anpasse‘, sage und komminiziere ich nicht direkt was Sache ist, und so erzeuge ich dann tatsächlich und gebe Raum für Mißverständisse.

Fortsetzung folgt…

 



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