Tag 195 – Fingernägelkauen (16) Selbst-Änderung

9. März 2013

 

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Ist es nicht erstaunlich, wie ‚leer‘ unsere Worte sind und wie bedeutunglos – ‚Ich mache das nie wieder‘, ‚Ich nehme mir vor zwei mal die Woche ins Fitness-Studio zu gehen‘, ‚Ich höre auf damit und fange stattdessen damit an‘, ‚Beim nächsten Mann wird alles Anders‘, etc. Wie kommt es, dass wir trotz des anscheinenden ‚Willens‘ äußerst selten tatsächlich in der Lage sind unser Praktisches Verhalten, unsere Gewohnheiten zu ändern? Als ich ca. 30 Jahre alt wurde, habe ich erkannt, dass ‚ältere‘ Menschen, auch nur die sind, die sie schon immer waren, irgendwann tauchen Sätze auf, wie zb. ‚Der Mensch kann sich nicht ändern‘, ‚Früher habe ich gegen meine Eltern rebelliert, heute mach ich dasselbe wie sie‘. Man betrachtet sich selbst, und die Leben der Anderen und stellt fest, wir wiederholen immer wieder die Selben Muster. Bei manchen dauern die Schleifen aber so lange, dass sie das nicht einmal merken. Bei mir haben die Schleifen ca. 5-7 Jahre gedauert, deshalb kann ich heute mit 35 diese Tatsache nicht mehr leugnen, und sehe mit aller Klarheit, wie ich immer wieder auf den Trick der Selbst-Manipulation reingefallen bin, zu glauben, in der Zukunft würde ich es ‚anders‘ machen – Dabei bin ich immer wieder an der Selben Stelle gelandet – Am Punkt, wo mein Leben NICHT mehr funktionierte, und ich eine kategorische Flucht plante und einen Ausgang suchte, den ich dann einen ‚Neuanfang‘ nannte.

Ich habe mich entschieden, diesmal nicht ‚wegzurennen‘ und mir Selbst zu begegnen. Den Neuanfang nicht in einer Externen Flucht zu suchen, sondern in der Internen Selbst-Schau herauszufinden, was ich akzeptiert und was ich mir erlaubt habe zu werden und zu SEIN, sodaß mein LEBEN sich auf diese Weise ‚entfaltet‘ hat, wie ich es NIE vorhatte, und welche ‚Verhaltensweisen‘ und ‚Entscheidungsmechanismen‘ ich ändern MUSS, bevor ich es jemals wagen sollte, den nächsten Schritt zu setzen – weil ich sicherstellen will, dass alle nächsten Schritte, die ich eines Tages laufen werde, mich nicht mehr dahin führen, wo ich NICHT ankommen will.

An diesem Punkt in meinem Leben, wo ich zuvor nach einem ‚Flucht-Plan‘ gesucht habe, tausche ich das Wort ‚FLUCHT‘ in meinem Plan in ‚SELBST-ÄNDERUNG‘. Die Selbst-Änderung ist die Schwierigste Herausforderung die ein Mensch auf sich nehmen kann. Denn dann müssen wir das Bier das wir gebraut haben selbst austrinken. Wenn man die dritte oder vierte Wiederholung hinter sich hat, weiß man ohnehin, dass das ‚Bier‘ niemals verschwindet oder einfach so verdampft, es tümpelt, schlummert und häuft sich an, und so werden die ‚Überflutungen‘ mit jeder Wiederholung auch immer ‚größer‘ und ‚unüberwindbarer‘ und die Konsequenzen immer drastischer und schwerwiegender. Deshalb ist meine Entscheidung auch nichts ‚Herausragendes‘ – es ist eine Einfache Gleichung von 1+1=2 – mir bleibt nichts anderes übrig – das ist commonsence.

Faszinierender Weise sind wir oft schon so ‚gewohnt‘ an unsere ‚Gewohnheiten‘, gewohnt daran, dass das LEBEN keinen Sinn macht, dass etwas ÄNDERN zu wollen, keinen Sinn macht – dass wir an irgendeinem Punkt im LEBEN völlig ‚AUFGEBEN‘ und nur noch funktionieren, wir nehmen alles hin und stellen fest, dass das Leben auch von ‚alleine‘ läuft. Wir passen uns an, ’schwimmen mit dem Strom‘, ’nehmen mit was wir können‘, ‚machen das Beste draus‘ und weisen jede Verantwortung von uns – glauben so, dass die Konsequenzen die wir auf dem Weg erschaffen, auch nichts mehr mit uns zu tun haben – ‚Es ist nicht so, dass ich will dass im Iraq oder Syrien Kinder steben‘, ‚Ich kaufe nur Freilandeier‘, ‚Ich esse kein Fleisch‘, ‚Ich finde die katholische Kirche scheiße und Putin auch‘, ‚China macht die Welt kaputt‘, ‚Ich habe die Merkel nicht gewählt‘ – alles ‚leere Meinungen‘ – völlig BEDEUTUNGSLOS.

Viele Menschen reagieren mit Ablehung und Angst auf Desteni, das Material und die Botschaft ‚Das Beste für ALLES Leben‘, die wir repräsentieren, umsetzen und leben. Weil diese Botschaft die Fundamente unserer Selbst-Verständlichkeit erschüttert – das Verständnis von uns Selbst – die Ideen die wir uns geformt haben, das Wissen und die Informationen die wir glauben über uns angesammelt zu haben. Doch niemand, keine Religionsgemeinschaft, keine politische Partei, keine Occupy-Bewegung, keine Zeitung, kein Psychologe, kein Wissenschaftler, kein Papst und kein Präsident können eine einfache Frage beantworten – Warum haben wir es als Menschheit NICHT geschaft auf der ERDE als EINE Gemeinschaft in FRIEDEN und WOHLSTAND für ALLE GLEICHERMAßEN zu existieren? Die Erde verfügt über genügen Ressourcen für uns alle und sie stellt sie auch völlig kostenlos zur Verfügung. Warum haben wir den ‚PREIS‘ erfunden? Warum haben wir uns eingeteilt und entschieden gegen einander statt für einander zu sein? Warum akzeptieren und tollerieren wir ein Welt-System, dass uns einteilt, kategorisiert und bewertet? Warum glauben wir dass Wettbewerb die Nachfrage steuern sollte, wo doch in Wahrheit die Nachfrage, also die Bedürfnisse, das was wir zum LEBEN brauchen, bereits HIER ist und die Lösung aller Probleme auf der Hand liegt – das Verteilen der Ressourcen gleichermaßen an ALLE sicherzustellen – ein System zu etablieren, das LEBEN würdigt und sicherstellt, dass KEIN LEBEN hintergangen wird.

Das Ablaufen meiner Zwangsverhalten, Süchte und Abhängigkeiten wie zb. das Fingernägelkauen ist der Anfang dieser Reise ins Leben. Es sind die kleinen Schritte, die ich in meiner völlig dezimierten Existenz als System-Sklave fähig und BEREIT bin zu tun. Mir ist klar geworden, dass solange ich NICHT mich Selbst ändern kann, ich nicht fähig bin überhaupt irgendwas zu ändern. Wenn ich es nicht schaffen kann, mein LEBEN als MICH SELBST in Einheit unf Gleichheit zu bestimmen und zu steuern, wie kann ich dann eine Welt der Einheit und Gleichheit erschaffen? Und so bleibt das Ziel ein Großes, fängt aber im Kleinen an – in-mir und als-mich SELBST.



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