Tag 169 – „Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott“

29. Januar 2013

Ich möchte auf den Grund meiner ‚Eifersucht‚ vorstoßen – der absoluten Be-GIER-de vollkommend ‚ausreichend‘ für meinen potenziellen Partner/Partner zu sein. Seine Welt/Realität vollkommen auszufüllen und das Zentrum seines Interesses zu sein, wie eine Sonne, die alle anderen Sterne überblendet und ausblendet und um die sich alles dreht.

Darin bin ich nicht die einzige, weil ich einmal ziemlich religiös war, weiß ich dass ‚Eifersucht‘ einer der Gottes Namen ist. Deutlich zeigt sich das in den Zehn Geboten: „Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott“ (Ex 20,5; Dtn 5,9).

Machtvoll und zweifelsfrei zeigt Gott, wer er ist: Er ist der Herr. Und er zeigt, für wen er dies ist: Er ist dein Gott. Aber ähnlich wie bei unseren eigenen Eifersuchtserfahrungen scheint auch Gott von der Angst getrieben zu bleiben, sein Volk – uns – Sie und mich – an „Rivalen“ zu verlieren.“ (orig. Link)

Mit solchen Bibelstellen hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich konnte es nie unter einen Hut bringen, den allbarmherzigen jedoch zornigen und eifersüchtigen Gott. Warum war Gott eifersüchtig? Und hat er uns Menschen seine Eifersucht weitervererbt? Ist Eifersucht etwa göttlich? Und ist es deshalb ‚gut‘ weil es von Gott kommt?

Was bedeutet es eigetnlich wenn ich diese Emotion ‚vererbe‘, sie als mich Selbst manifestiere und sie dann auslebe und verkörpere? Welche Konsequenzen hat diese Akzeptanz nicht nur für mich Selbst, aber auch für meine potenziellen Partner/Partner?

Erschaffen wir damit als Mann und Frau nicht kleine Universen, die von der Kraft ‚Angst‘ zusammen gehalten werden, ja nicht aus der ‚Bahn‘ zu geraten und außerhalb seines selbst-erschaffenen Universums zu schauen? Eifersucht ist folglich Angst die eigene ‚Position‘ als Herr und GOTT im Universum des Partners/Liebenden zu verlieren. Deshalb wird Eifersucht auch so gerne als ‚Liebesbeweis‘ gesehen. Doch welche Art von ‚Liebe‘ ist es, wenn die Ablehnung dieser ‚Exklusivität‘ eine absolute Bestrafung nach sich zieht und die einzige Motivation ihr zu folgen ‚Angst‘ um das eigene ‚Überleben‘ ist?

Und seien wir mal ganz Ehrlich – Eifersucht hält nicht nur unseren Partner in Schach, sondern auch uns selbst. Eifersucht ist ein ‚Programm‘ das uns limitiert und uns vorgauckelt der Herr und Gott von einem anderen Universum sein zu können, wenn wir unser eigenes aufgeben und uns unserem Partner als Herr und Gott unterodnen und ihm ‚alleine‘ dienen. Ist das nicht die Definition von ‚perfekter Liebe‘? Ich bin Dir und du bist Mir.

In meinem Prozess habe ich realisiert, was es ist was ich dabei eigentlich aufgebe und welche Konsequenzen dieses Glaubenssystem und diese Handlungsweise für mein Wesen, meine Realität und für die Welt als Ganzes hatte. Morgen geht diese Geschichte weiter…



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