Tag 151 – Aufarbeitung einer Erinnerung – Angst vor einer Beziehung – Teil 1

2. Januar 2013

 

Es war einmal: In meinen Teenjahren hat sich einmal zwischen mir und einem Jungen was ‚angebannt‘. Wir haben Zeit zusammen verbracht und viel geredet. Das ’schweißt‘ zusammen. Es war nicht so, dass ich diesen Typen auf anhieb ‚anziehend‘ gefundet hätte. Es war viel mehr so, dass ich mich an ihn gewöhnte. Es kam ein Punkt, an dem er vorschlug, wir sollten es ‚zusammen versuchen‘. Ich war anfänglich ‚erschrocken‘, doch schmeichelte mir die Vorstellung. Ich hatte ziemliche Angst davor, denn bis dahin hatte ich noch keine ‚richtige‘ Beziehung. Ich hatte sozusagen eine Interne Debatte ob ich es ‚versuchen‘ sollte oder nicht. Und in dem Augenblick als ich mich in mir drin dafür entschieden habe, es doch zu versuchen, sagte der Junge, dass er sich das noch einmal gründlich überlegt hätte und er zum Entschluss gekommen sei, dass ihm noch ziemlich viel an seiner Ex läge, und sie vorgeschlagen hätte, es noch mal zu versuchen, und er sich für seine Ex entschieden habe. Ich wischte meine Enttäuschung beiseite, und tat so als ob mir das egal wäre. Ich wurde richtig wütend, als er ‚es tut mir leid‘ sagte. Ich wollte sein Mitleid nicht. Und überhaupt, war ich doch diejenige die sich ‚unsicher‘ war. Ich war auch wütend auf mich selbst, dass ich mich von ihm hab ‚einlullen‘ lassen, obwohl doch mein erstes ‚Bauchgefühl‘ ein ‚NEIN‘ war.

Die Erinnerung, die ich abgespeichert habe, begleitet ein ganz mieses ‚Gefühl‘, ich habe sogar einen bestimmten Geschmack im Mund. Es fühlt sich ’scheiße‘ an. Mir ist schlecht dabei. Es schmeckt nach einem ‚Fehler‘, einer ‚Niederlage‘, nach etwas was ich nie wieder erleben möchte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mit Angst zu reagieren, als der Junge vorgeschlagen hat, dass wir ein Paar werden könnten, weil es eine Erfahrung war, die ich noch nicht kannte, und ich nicht ‚wußte‘, wie es sein würde, ich praktisch keine Vorstellung davon hatte, wie es ist eine Beziehung mit einem Mann zu haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe Angst davor zu haben, neue Erfahrungen zu machen, die ich noch nicht bis dahin erlebt habe, weil ich keine Vorstellung davon habe, wie es sein könnte – ohne zu realisieren, dass das wovor ich eigentlich Angst habe, das ‚Unbekannte‘ ist, weil ich darin ein ‚Schwarzes Loch‘ sehe, dass ich nicht ‚begreifen‘ kann, mir kein ‚Bild‘ davon machen kann.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich als mein Bewußtsein/Mind immer vor Sachen Angst habe, von denen ich noch kein ‚Bild‘ habe, keine ‚Erinnerung‘, die ich ‚vergleichen‘ könnte, kein ‚Gefühl‘ oder ‚Emotion‘ die ich ‚berechnen‘ könnte, ob sich die Erfahrung für mich ‚lohnt‘ oder nicht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen, erkennen und verstehen, dass mein ‚Schreck‘ zum Vorschlag des Jungen, nichts damit zu tun hatte, was der Junge da vorschlug, also nichts mit der Beziehung selbst, sondern damit dass ich bis dahin noch in keiner Beziehung war, und ich deshalb kein ‚abgespeichertes‘ Wissen hatte, wie ich mich selbst innerhalb einer Beziehung ‚fühlen‘ würde, ich aber diesen ‚Schreck‚ als meine ‚Einstellung‘ zu einer möglichen Beziehung interpretiert habe, diese Reaktion also auf die mögliche Beziehung projeziert habe, mir so später einbilden konnte ich wäre anfänglich ‚gegen‘ die Beziehung gewesen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe die Erfahrung, die ich mit diesem Jungen erlebt habe, all die angehäuften und angesammelten Energien, Gefühle, Gedanken als eine Erinnerung in meinem Bewußtsein/Mind gespeichert zu haben, ohne zu realisieren, dass ich von nun an von dieser Erinnerung beeinflußt werden würde, und ich sie praktisch immer wieder erleben würde, ohne wirklich auf Neue Situationen, Neue Personen einzugehen.

Fortsetzung folgt…



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