Tag 99 – ‚Ich bin zu langsam‘ – Selbst-Vergebung

20. Oktober 2012

Seitdem ich auf der Desteni Farm bin, beobachte ich regelmäßig an mir selbst ein Back-Chat/Selbstgespräch, das ich während diversen Tätigkeiten habe. Gleich am Anfang meines Besuches ist mir aufgefallen, dass die Art wie sich viele Farm Bewohner bewegen, Gehen, Arbeiten usw. sehr zielorientiert und spezifisch ist. Ich habe ihre Bewegungen als ’schnell‘ und ’spezifisch‘ ‚beurteilt‘ und gleichzeitig mit meiner eigenen Wahrnehmung, wie ich denke, dass ich mich bewege ‚verglichen‘. Daraus ist dieser/dieses Back-Chat/Selbstgespräch entstanden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, meinem Back-Chat/Selbstgespräch zu folgen und mich damit identifiziert zu haben, es fortgeführt zu haben, obwohl ich gewahr war, dass es Back-Chat/Selbstgespräch ist, anstatt es sofort zu stoppen, es mir selbst zu vergeben, die Verantwortung dafür zu tragen, zu sehen und zu erkennen, dass ich eine Trennung erschaffe, indem ich mich in Separation von mir selbst definiere, eine Polarität erschaffe: die anderen sind ’schnell‘ und ’spezifisch‘ und ich bin ‚langsam‘ und ‚zerstreut‘.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich mit einem ‚Urteil‘ selbst zu richten, ohne mir erlaubt zu haben zu sehen und zu erkennen, dass ein Urteil immer eine Limitation ist, über die ich alleine die Verantwortung trage, weil das Urteil alleine in meinem Kopf existiert, und somit ich mein eigener Richter und Hänker bin.

Darin vergebe ich mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen und zu erkennen, dass ich es selbst war, die erst durch die Erschaffung und Billigung des Urteils, eine Selbst-Definition erschaffen hat, die faktisch eine Lüge ist, die ich wahr gemacht habe, weil ich es so wollte, weil diese Selbst-Definition ‚Ich bin sooo langsam‘ in Wahrheit meine Ausrede und meine Rechtifertigung war, mich weiterhin ‚langsam‘ zu bewegen und die anderen mal machen zu lassen, sodaß ich am Ende ‚weniger‘ gearbeitet habe, als sie, die Arbeit aber getan war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu erkennen, dass mein Bewertungsmaßstab auf dem ‚Werte-System‘ des Welt-Systems beruht: nach dem Motto: ‚wer schnell arbeitet, erledigt ‚viel‘ Arbeit‘ = GUT/positiv, ‚wer langsam arbeitet, erledigt ‚weniger‘ Arbeit‘ = SCHLECHT/negativ, ohne dass Rücksicht auf alle Unstände genommen wird, auf die Körperliche oder mentale Verfassung, Alter, Krankheit, Unwohlsein etc.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe ferner nicht zu erkennen und zu verstehen, dass der Trieb zum Vergleichen und zum Wettbewerb zur meiner Natur geworden ist, weil ich von Geburt auf darauf getrimmt wurde, mich alleine durch den Vergleich mit anderen selbst zu definieren und mich somit soweit zu konditionieren, dass ich verlernt habe, was Selbst-Ehrlichkeit bedeutet. Denn es kann nur das Individuum selbst in Selbst-Ehrlichkeit entscheiden, welche und wie viel Arbeit man fähig ist zu leisten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu erkennen, dass es nicht darauf ankommt, wer am ’schnellsten‘ die ‚meiste‘ Arbeit erledigt, sondern darauf WER wir in jedem Moment unseres Lebens, in jedem Atemzug sind, dass wir das Beste aus uns individuell machen, um global eine Lösung anzustreben, die das Beste für alle ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu sehen und zuerkennen, wie jedes Urteil, dass ich mir über mich selbst (ein)bilde, nicht nur eine mentale Limitation kreirt, ein Kopfgefängnis, sondern auch eine Verengung/Verspannung in meinem Physischen Körper manifestiert, sodaß ich tatsächlich das kreire, was ich denke, und somit meinen eigenenUntergang/Tod mit absoluter Genauigkeit plane und in die Realität umsetzte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, ein Meister darin zu werden, meinen Physischen Körper nicht wahrzunehmen, die Verstrickungen/Verengungen/Verspannungen zu ignorieren, oder wenn überhaupt sie als Rechtfertigungen für die Selbst-Limitierungen zu nutzen, ohne mir erlaubt haben zu sehen und zu erkennen, dass ich es selbst bin, die einen Teufelskreislauf kreirt, ‚Teufels‘ weil ich tatsächlich mich anstatt mit und als mein Physischer Körper HIER zu bewegen, zu entfalten, zu wachsen, zu entwicklen, zu lernen – mich zu einem mentalen Parasiten meines Physischen Körpers rückentwickelt habe, und ich das offensichtliche NICHT sehe, dass ich langsam sterbe, mich zersetze, mich auffresse und komplett zerstöre.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe, beim Arbeiten bzw. dem Ausführen diverser Tätigkeiten HIER zu sein, mit und als mein Atem, in Einheit und Gleichheit der Bewegung meines Physischen Körpers, und von anderen zu lernen meinen Körper effektiv zu bewegen, gegebenfalls direkt zu fragen, anstatt mir Urteile (ein)zu bilden, die mich überhaupt nicht weiter bringen, sondern im Gegenteil rückentwickeln lassen.

Fortsetzung folgt…



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