Tag 84 – Wer ist hier der Boss? Übersicht

5. Oktober 2012

Ich habe mir heute ein LifeReview angehört in dem eine herrschsüchtige kontrollsüchtige Person ihren Lebensrückblick mit uns geteilt hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich so ziemlich das Gegenteil davon bin, ich habe dabei einige Punkte in mir gesehen, deren voller Umfang mir bis jetzt nicht klar gewesen ist.

Ich bin in meinem Auftreten sehr zögerlich, ich habe die Tendenz ‚zu vorsichtig‘ zu sein, ich habe Angst zu führen, fühle mich in einer Führungsposition aufdringlich, möchte die Verantwortung nicht tragen, habe Angst zu scheitern. Oft ‚passe‘ ich mich an, aber NICHT in Einheit und Gleichheit, ich unterdrücke mich selbst, trenne mich von mir selbst, versuche jemand zu sein, der ich anscheinden nicht bin, denn über kurz oder lang, fange ich an zu rebellieren und mache meinem Gegenüber Vorwürfe dominant zu sein, mich zu beschränken, mich zu manipulieren, mich zu kontrollieren.

Mir ist klar geworden, dass ich keine Verantwortung für mich selbst getragen habe, und dann erstaunlicher Weise genau diesen Punkt meinem Gegenüber zum Vorwurf zu machen : ‚DU zwingst mich so oder so zu sein‘ ‚DU bist so dominant‘ ‚DU bist so beherrschend, neben Dir kann ich mich nicht entfalten‘ usw.

Ich habe ebenfalls erkannt und verstanden, dass es an sich nicht schlimm ist ‚dominant‘ oder ‚devot‘ zu sein. Manche Menschen haben von ‚Natur‘ aus die Fähigkeit zu führen, manchen ist es lieber vorgegebenen Strukturen zu folgen, sie auszuführen und auszufüllen. Das Problem entsteht, wenn Ungleichheit und Polarität entsteht, wenn einer glaubt besser als andere zu sein, wenn einer glaubt schwächer als andere zu sein. Wenn man innerhalb einer Gruppe agiert, braucht man eine klare Struktur, einen Plan, eine Vorgabe, um anfallende Aufgaben möglichst effektiv auszuführen und zu erledigen.

Das Anführen ist ein Job und keine Bewertung, kein Identifikationspunkt, durch den und mit dem man sich aufwerten oder abwerten kann. Die Frage ist, WER will ich sein, WER kann ich sein?

Ich habe erkannt, dass ich mich selbst limitiert habe, weil ich in erster Linie NICHT die Verantwortung für mich selbst tragen wollte. Und wie kann ich Verantwortung für andere übernehmen, wenn ich nicht gewillt bin meine eigen zu tragen?

Wenn ich diesen Punkt überwinden kann, und in Einheit und Gleichheit mit allem stehe, was mich umgibt, bin ich in der Lage jede Situation zu ihrem Besten zu führen, sei es vorgegebenen Strukturen zu folgen, oder auch anzuführen. Ohne mich darin selbst zu definieren und eine Rolle zu spielen, die mich beschränkt, weil ich mich mit ihr und als sie identifiziere.



Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.