Tag 77 – Lass uns Freunde sein

22. September 2012

In den letzten Tagen habe ich eine Bekanntschaft von früher reaktiviert. Ich weiß, dass mein Ansatzpunkt darin war, dass ich einen Mann wieder in meinem Umfeld hatte, der ein potenzieller Sex-Parnter werden könnte. Ich habe versucht, diesen Punkt zu ‚vertuschen‘ und mir einzureden, dass es ‚harmlos‘ ist, und dass ich nach einer langen Zeit der Zurückgezogenheit, mir wieder ‚Freiheiten‘ erlauben konnte, wie z.B. mich überhaupt mit einem Mann treffen zu können/dürfen (was kompletter Schwachsinn ist, denn ich habe mich mit ‚anderen‘ Männern zuvor getroffen), und wieder ausgehen konnte, mich verabreden konnte usw. Ich habe es nicht wahrhaben wollen, und meine Reaktion unterdrückt, als diese Person zu mir sagte ‚Lass uns bitte kein Sex machen, und lieber Freunde sein‘. Es war scheinbar eine Kleinigkeit – meine Reaktion – die ich vor mir selbst verbergen wollte, weil ich mir meine Wünsche und Begehren nach ‚Aufmerksamkeit‘, ‚Liebe‘ und ‚Attraktiv Sein‘ nicht eingestehen wollte, und meinen Ansatzpunkt darin nicht wahrhaben wollte. Weil sich damit ein riesen Monster von einem Punkt für mich geöffnet hat: die Ablehnung – und damit all die Erinnerungen, als ich an jemanden interessiert war, derjenige aber nichts von mir wissen wollte, oder als ich mich nicht einmal traute jemadem mein Interesse zu bekunden, aus dem einfachen Grund dieser möglichen Ablehnung aus dem Weg zu gehen. Und damit verbunden auch, die Kompromisse die ich bei einer Partnerwahl eingegangen bin, überhaupt WARUM ich in manchen Beziehungen blieb, weil ich dann ‚unter der Haube‘ war – ich hatte einen Partner – und damit war die Aufgabe erfüllt und ich scheinbar auch.

Es ist sicherlich ein Punkt, den ich mir  in den kommenden Blogs im Detail anschauen muss: die Ängste, die Bewertungen/Vorurteile,  die geheimen Wünsche und die damit verbundenen Charaktere, damit ich mir in vollem Umfang darüber klar werden kann, welche Motive mich darin steuern, und was ich da eigentlich mache/kreire.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe meine Reaktion auf den Satz ‚Lass uns bitte kein Sex machen, und lieber Freunde sein‘ zu unterdrücken und sie klein zu reden, sie wegzuwischen, weil ich mir selbst darin nicht begegnen wollte, den Ängsten vor Ablehnung, meinen Wünschen nach einem Partner usw.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe eine Beziehung kreiren zu wollten, alleine aus dem Grund jemanden um mich zu haben, mit dem ich ‚jederzeit‘ Sex haben könnte, wie ein Backup, ohne mir erlaubt zu haben zu sehen und zu realisieren, dass ich damit eigentlich meine Ängste vor dem Alleinsein auslebe, mich durch meine Ängste steuern lasse und der Ansatzpunkt für diese Beziehung komplett unehrlich und verlogen ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu denken und zu glauben, dass mein Leben und damit ich erfüllter wäre, wenn ich jemanden um mich hätte, mit dem ich ‚jederzeit‘ Sex haben könnte – ohne viel ‚Tralala‘ sozusagen, ohne die Beziehung drumherum, die ich als ‚Belastung‘ sehe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe zu denken und zu glauben es wäre ‚einfach‘ nur Sex zu haben, ohne die Beziehung drumherum, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, dass das ‚drumherum‘ das ist worauf es ankommt, nämlich MEIN Scheitern in Beziehungen, wie ich es nie geschafft habe eine stabile Beziehung zu entwickeln und eine echte Partnerschaft mit einer anderen Person zu kreiren, die die ‚Prüfung der Zeit‘ überstanden hätte.

Es ist schon erstaunlich zu sehen, dass in der Aussage ‚Lass uns bitte kein Sex machen, und lieber Freunde sein‘ die selbe Polarität zum Ausdruck kommt, wo jemand denkt, dass Sex eine Freundschaft ‚verkomplizieren‘ würde. Und dass Angst vor echter Intimität und Nähe beide Ansatzpunkte steuert.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe alle Männer als ‚Sex-Material‘ zu bewerten, und meinen Kontakt mit ihnen danach zu sortieren, ob ich mir vorstellen kann mit ihnen Sex zu haben/haben zu wollen. Und wenn ich es als Vorurteil in mir ‚abgespeichert‘ habe, mit ihnen Sex haben zu wollen, dann zu fürchten, dass sie mich ablehnen würden, und meine ganze Illusion von Attraktivität nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu erkennen, dass meine ganze Art Beziehungen zu kreiren, Beziehungen einzugehen, nur von dem winzigen Punkt aus gesteuert wurde: Sexualle Anziehung als Richtwert und Maßstab zu nehmen, anstatt eine echte Intimität nd Nähe aufzubauen, die darauf beruht, dass zwei Wesen sich aufeinander in der Physischen Realität ausrichten, in Partnerschaft als gegenseitige Unterstützung – sich selbst und einander besser kennenzulernen und zusammen zu arbeiten, eine Welt, ein Umfeld für uns als Menschheit zu erschaffen, in der wir am Besten gedeihen, uns entwickeln und wachsen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu erkennen, dass meine ganze Art Beziehungen aufzubauen, darauf beruht hat alleine meine Bedürfnisse zu stillen, ohne mir erlaubt zu haben zu realisieren, wie und warum ich diese ‚Bedürfnisse‘ in mir erschaffen, zugelassen und akzeptiert habe – und welche Konsequenzen diese Lebensart auf die gesamte Menschheit hat.

Ich verpflichte mich alle meine bestehenden Beziehungen zu Männern zu dekonstruieren und mich als ‚Sex-Material-Bewerter‚ zu stoppen. Meinen Ansatzpunkt Männer als ‚Sex-Material‘ zu stoppen, und mich mit Schreiben, Selbst-Vergebung und Selbst-Korrektur daraus zu befreien, ständig nach der Befriedigung meiner Bedürfnisse zu suchen. Deshalb verpflichte ich mich ferner alle meine Bedürfnisse die ich auf Männer projeziert habe, spezifisch im Hinblick auf Sex, zu mir zurück zu bringen, und die Separation darin mit Schreiben, Selbst-Vergebung und Selbst-Korrektur zu stoppen und mich neuauszurichten.

Wann immer ich einem Mann begegne oder treffe – werde ich mich mit Atmen in der Physischen Realität stabilisieren und verlangsamen, damit ich emotionale und gefühlsmäßige Bewegungen in mir lokalisieren kann, wie z.B. innere Unterhaltungen, Reaktionen etc. sodaß ich mir selbst-ehrlich begegnen kann, das zu WEM ich geworden bin, und sie nicht versuche zu unterdrücken oder wegzuwischen.

Featured Art: Scott Cook
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