Tag 75 – Wut und Angst – ein tödlicher Energie-Cocktail

19. September 2012

Ich bin heute geflogen und am Flughafen hatte ich in der Warteschlange zum Check-in Schalter einen Wutanfall. Die Zeit war knapp, Nervosität lag in der Luft und eine Frau hinter mir hat nach vorne gedrängt, ist mir mit ihrem Koffer über meine Füße gerollt und mich schließlich sogar überholt. Da platze mir der Kragen und ich sprach sie darauf an. Was ich in diesem Blog hier speziell durchschreiten möchte, ist das zu WEM genau ich in diesem Augenblick geworden bin, wie ich die Emotionen Wut und Angst in mir wie in einem Balon angesammelt habe, um ihn schließlich zum Platzen zu bringen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe mich von der langen Warteschlange eingeschüchtert zu fühlen, dass alleine der Anblick einer Warteschlange ausgereicht hat, einen ‚Ich habe nicht genug Zeit‘ Back-Chat zu aktivieren, obwohl ich aus Erfahrung wußte, dass ich genug Zeit eingeplant habe um rechtzeitig am Flieger zu sein.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe zu atmen, und stabil in der Physischen Realität zu bleiben, zu sein, zu warten bis ich dran komme, sondern stattdessen ein Gefühl der Ungeduld in-mir und als-mich aufgebaut und kreirt habe, dass ich nicht gestoppt habe, sondern weiter angesammelt habe, um schließlich völlig bessessen zu sein von der Nervosität und Angst, dass ich den Flieger nicht erreichen könnte.

Ich verpflichte mich, wann immer ich in einer Warteschlange stehen muss zu erkennen, dass ich mit Gefühlen und Emotionen an der Situation NICHTS ändern kann, was ich kann ist: vorher – wenn eine Warteschlange zu erwarten ist – mehr Zeit einplanen.

Ich verplichte mich Warteschlangen als eine Möglichkeit zu sehen und zu nutzen, Geduld zu üben, Atmen zu üben, mich selbst als einen stabilen Ausgangspunkt zu finden, und keine Emotionen und Gefühle zu akzeptieren oder zuzulassen, die mich als Ungeduld und Nervosität manifestieren und mich darin gefangen halten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe, als ich physisch gemerkt habe, dass die Frau hinter mir nach vorne drängt und mich dabei anrempelt, automatisch die Emotion von Wut in-mir und als-mich kreirt zu haben, sie dann auch noch angesammelt zu haben, dh. ich habe nach außen so getan als ob nichts passiert wäre, dabei habe ich innerlich gekocht, mit jedem Stupser und Stoß mehr ‚angefeuert‘ – bis mich die Frau überholt hat, dann habe ich die Entscheidung getroffen meine Wut an ihr auszulassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzptiert und mir erlaubt habe zu glauben und zu denken, dass ich das Recht hätte, meine Wut auf der Frau auszulassen, weil ich glaubte, dass sie der Ursprung und der Grund für meine Wut war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe nicht zu erkennen, dass ich es war die die Wut in-mir und als-mich kreirt hat, und dass es alleine meine Akzeptanz und Billigung war und deshalb auch meine alleinige Verantwortung. Deshalb vergebe ich mir selbst, dass ich es nicht akzeptiert und mir nicht erlaubt habe an Ort und Stelle die Verantwortung für die Wut zu tragen, indem ich sie mir sofort und ohne zeitliche Verzögerung selbst vergeben hätte, dann hätte ich ruhig und emotionslos, die Frau von Anfang an darauf aufmerksam machen können, dass sie mich anrempelt und mir weh tut, und dass Nervosität und Ungeduld an der Situation nichts ändern, ohne dass die Situation ‚eskaliert‘ ist, weil ich die Wut weiter in-mir und als-mich ‚gekocht‘ habe, in dem Irrglauben, die Frau sei dafür verantwortlich.

Ich verpflichte mich, wann immer ich die Emotion Wut in-mir und als-mich kreire, ohne zeitliche Verzögerung die Verantwortung für diese Wut zu tragen und mir die spezifischen Punkte, die dazu geführt haben, dass ich Wut in-mir und als-mich erschaffen habe, selbst zu vergeben, weil ich erkenne, sehe und verstehe, dass die Ansammlung von Wut zu NICHTS führt und keinen praktischen, konstruktiven Wert hat, und ich mich in Wahrheit damit nur selbst quäle und dazu noch in Energie umwandle und somit selbst zerstöre.

Ich erkenne und verstehe, dass das Recht auf Wut eine Illusion und Selbst-Täuschung ist, indem ich die Verantwortung für meine Wut nach außen projeziere, ohne zu erkennen, dass meine Wut alleine in meinem Verstand/Mind existiert und dass ich es alleine bin, die diese Wut erzeugt und kreirt, und dass ich es alleine bin, die mich damit quält und missbraucht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es akzeptiert und mir erlaubt habe das Drängen der Frau persönlich zu nehmen, nach dem Motto – ‚was denkt sie wer sie ist?! – siehst sie denn nicht, dass sie über MEINE Füße mit ihrem Koffer rollt!‘ – ohne zu erkennen, dass diese Frau mir gleich vom Zeit-Dämon bessessen war und genauso wie ich glaubte nicht rechtzeitig den Flieger erreichen zu können.

Ich habe, wann immer ich Wut in-mir und als-mich erschaffe, ansammle und abspeichere später am Tag höllische Kopfschmerzen, weil mir mein Physischer Körper mit aller Deutlichkeit aufzeigt, was ich da eigentlich mir selbst antue – Deshlab verpflichte ich mich, alle in mir existierende Wut im Detail mit Schreiben, Selbst-Vergebung und praktischer Selbst-Korrektur zu entlarven und auszumerzen, weil ich erkenne, dass Wut keinerlei praktischen Nutzen hat, und NIE zu einer Änderung führt, sondern dass Wut im Gegenteil mich in einer ‚Erfahrung‘ gefangenhält, weil wenn ich die Verantwortung für mich und meine Kreationen NICHT trage, kann ich sie auch nicht ändern, und dass ich es alleine bin, die mich mit dieser Wut quält, missbraucht, ausnutzt, benutzt, zerstört.

 

Bildgestaltung: Marlen Vargas del Razo
Facebook: http://www.facebook.com/marlen.delrazo
Blog: http://marlenvargasdelrazo.wordpress.com/



Post a new comment

Copyright © 2012-2015 AGA | All rights reserved.